Aus Zeitmangel kommen wir momentan leider nicht dazu, alle Erfahrungsberichte auf die Seite zu stellen.

November 2014

das WE mit Euch wirkt noch gut nach. Heute hatte mich eine Schülerin aus der Heilpraktikerschule an der ich Massage unterrichte gefragt, ob ich irgendwas Besonderes erlebt hätte, weil ich einen veränderten Gesichtsausdruck hätte...
Ja, für mich war das wirklich eine besondere Zeit, habe mich noch nie so schnell und von so vielen Seiten von mir gezeigt, weder in größeren Gruppen, noch in kleinen oder zu zweit.
Habe den Eindruck, das ich mich mit meinen " unangenehmen" Teilen etwas versöhnt habe.
Diese Erfahrung werde ich auf jeden Fall mit in alle Gruppenbeziehungen tragen, mit denen ich zu tun habe. Und ich freue mich sehr auf unseren Übungs-Zweig!

Danke nochmal an Euch alle, danke Michaela und Götz.



vielen Dank für die Infos! Ich bin immer noch ganz beseelt von unserer gemeinsamen Erfahrung letztes Wochenende....ich kann, nach einem kleinen Einbruch am Montag, die Energie doch ganz gut halten (obwohl es sich schon verändert). Ich hätte nie gedacht, wie wohltuend und nährend diese Erfahrung für mich sein würde!


8.-10. November 2013

Obwohl zuerst als störend empfunden, fand ich die Empfehlungen eine wichtige Methode um einen Rahmen zu haben, in dem ich mich bewegen konnte und wusste, dass auch die anderen Gruppenteilnehmer versuchen würden, sich danach zu richten.
Sie waren wie Verkehrsschilder (die man sehen konnte) auf einer unterbeleuchteten Straße für mich. Sie gaben mir die Möglichkeit, etwas aus meiner Rolle des Helfenwollens und Ratschläge gebens zu gehen und einfach beim Zuhören und Mitfühlen zu bleiben.
Die Pausen zwischendurch empfand ich zunehmend wertvoller, denn ich stellte fest, schnelle Reaktionen, auch Rechtfertigungen zu unterlassen und zu beobachten, wie Gefühle kamen und sich relativ schnell wieder veränderten (besonders am Sonntag).
Die Offenheit und Arbeitsbereitschaft aller Beteiligten. Die –für mich neue – Erfahrung in einer Gruppe als eigenständige Person zu sein, mitzuwirken und akzeptiert worden zu sein.
Die Erfahrung, dass unterschiedliche Meinungen, Impulse, Gedanken und Gefühle zur gleichen Zeit in einer Gruppe da sein dürfen. Die Ruhe und Langsamkeit habe ich als sehr wichtigen Faktor empfunden, um mich selbst / die Gruppe wahrzunehmen.

20.-22.Oktober  
 
              
Ich habe mich gut aufgehoben und begleitet gefühlt. Ich bin mir und somit auch der Gruppe nahe gekommen und ich habe gespürt, wie sich mein innerer Raum öffnet und entspannt hat, ich konnte mich gut konzentrieren und anwesend sein. Für mich war dieses Wochenende ein Erfolg auf meinem Weg zu mir selbst und meinem Bedürfnis nach Begegnung mit anderen Menschen.
Dass ich mit so vielen Vorbehalten gekommen bin und bei mir dann soviel passiert ist, ich so viel und so intensiv lernen und erfahren konnte. So viele gute  und erfüllende Begegnungen und so viel Erkenntnis zu meiner Situation – wunderbar.

06.-08. September 2013   
            
Liebe, Zeit, Ehrlichkeit, Offenheit, mich und andere frei erleben und erfahren, Herzlichkeit, Gefühle spüren und ausdrücken in mir und allem geborgen sein.
Leichtigkeit , liebevolle und kompetente Begleitung, Offenheit und authentische Leitung. Ich bin vor 17 Jahren in Gemeinschaft gekommen, es war die Zeit von Encountergruppen, war auch hilfreich; diese Methode der sanften Art entspricht mir derzeit viel mehr.

Juni 2013

Lieber Götz,

auf meinem Wohnzimmerteppich ist gerade wieder ein aufregender und erfüllender Abend unserer Gruppe zu Ende gegangen. Es war sehr bewegend. Ohne Dir jetzt lange zu schreiben warum: Ich will Dir einfach mal DANKE sagen. Deine Seminare und die Gespräche mit Dir haben mir mein Wohnen hier im Projekt gerettet. Wir sind mit unserer Gruppe hier sicher noch blutige AnfängerInnen und schaffen nicht 100% der Empfehlungen umzusetzen...aber es ist so wunderschön zu sehen wie sich das Zusammenleben für einen Teil der NachbarInnen hier verändert. Und ist ja auch toll, wenn noch Luft nach oben ist ;)

Ganz herzlichen Dank Götz. Schön, dass es Dich gibt!

3.-5. Mai 2013

Ich nehme die Werkzeuge  der Gemeinschaftsbildung mit, die ich als Bereicherung in der Kommunikation empfunden habe. Ich habe das Wochenende als Übungsfeld für die Werkzeuge erlebt.
Ich bin in ein sehr starkes Gefühl über mich selbst gekommen, wo ich mich gut fühle oder wo ein schwieriges Gefühl in mir entsteht und welche Möglichkeiten ich dann habe.
In mir ist ein Forschungsraum entstanden, in dem  es nun nicht mehr nur um die beiden Möglichkeiten geht, etwas auszuhalten oder solange auszuhalten, bis es eskaliert. Ich bin auf jeden Fall in die Lage geraten, mich bloßzustellen und habe mich dann bloßgestellt und ringe immer noch ein wenig damit, mich selbst mit dem, was zum Vorschein kam, anzunehmen. 

Mai 2013

Vielen Dank für das Wochenende !
Im Erzählen in meinem Kreis hier und an anderen Plätzen spüre ich, dass ich an dem Wochenende viel erlebt habe - vor allem mich selbst und das relativiert mein Gefühl der latenten Enttäuschung. Ich könnte es auch so ausdrücken: Du entkommst dir selbst nicht. -

Das ist einerseits erschreckend und andererseits gibt es in mir auch eine tiefe Sehnsucht nach einem Raum, mir selbst über den/die anderen zu begegnen. So fühle ich mich auch weiterhin von der "Gemeinschaftsbildung" angezogen.

Hallo lieber Götz ,
habe vielen Dank für deine mail und die Adressliste.
Habe den gestrigen Tag Ruhe gebraucht, in der sich die Erfahrungen vom Wochenende sortieren und integrieren konnten.
Tatsächlich bin ich jetzt richtig begeistert von diesem Gemeinschaftsbildungsprozess. Nicht dass ich ihn "einfach" oder " gut " oder irgendwie finde. Was mich begeistert ist die Möglichkeit, dass eine Gruppe
sich selbst auf diese Weise steuern kann in Richtung Liebe, Verbundenheit, echte Gemeinschaft, ohne dass da ein BigBoss nötig wäre, der die Leitfigur darstellt, - und ohne dass geurteilt, verändert, therapiert wird.
Indem ich fühle, mich leer mache, kann ich direkt erfahren, was es heißt, mich anzunehmen, mich zu zeigen und angenommen zu sein, d. h. meinen Platz in der Gemeinschaft zu haben, egal welche Impulse aus mir herraus
sich zeigen.
Bisher war meine Erleben eher: wenn nicht die erwarteten Impulse aus mir herrauskommen, verlier ich meinen Platz. ( Es sein denn, ich bin der Chef, aber das ist langweilig und nicht nährend auf Dauer.)
Für mich ist das eine absolut neue und tief berührende und transformierende Erfahrung, die ich nochmal machen möchte, sobald wieder mal ein Termin passt.
Dir, Götz und allen Mitgliedern unserer group of all leaders herzlichen Dank.
Zarah

Liebe group of all leaders,
danke für eure Rückmeldungen. Auch ich habe sehr profitiert von den
vielfältigen Eindrücken an diesem WE. In meinem Körper breitet sich so
etwas aus, wie eine Aufstellung meiner gesammelten Lebenserfahrungen,
angefangen vom paradiesischen Gefühl der Verbundenheit, über die
lebendige Dynamik jugendlichen Draufgängertums, des verraten werdens
bis hin zum wiederaufnehmen meiner Eigenerantwortung. Alle Eindrücke
stellen sich innerlich vor mir auf und laden mich ein sie neu zu sehen
und zu sortieren um sie für mein lebendigsein zu nutzen. Zum Thema
Mütterlichkeit bleibt noch zu sagen, das alle Pflänzchen
unterschiedliche Bedingungen brauchen um zu gedeihen. Für manche kann
dieses "TOOL" ein Holzhammer sein, was für manche absolut
kontraproduktiv für ihr inneres Wachstum sein kann. Hilfreich wäre da,
meiner Meinung nach mehr Transparenz in das "Setting" zu geben,
vielleicht in einem Anfänger/innen Kurs und Fortgeschrittenen Kurs zu
unterscheiden und deutlicher auf den Wechsel der Leitungsrolle
hinzuweisen. Diesen Unterschied spüren und lernen zu können muss nicht
zwingend holzhammermäßig geschehen, wie ich meine.
Zum Schluss wäre zu sagen, das ich mich wieder gerüstet fühle, die
nächste Herausforderung begegnen zu können.
So viel zu meiner Rückmeldung,
seid berührt

November 2012


Lieber Götz,
danke für die Liste und noch mal danke für das Wochenende.
Ich bin mir nicht sicher, ob Du was hättest anders machen sollen und ob es besser gewesen wäre, aber ich bin mir sicher, dass ich was hätte anders machen sollen, nämlich meinen Traum zu Ende zu erzählen. Ich habe es nicht getan, weil ich nicht vorwegnehmen wollte, was ich nicht haben wollte, z.T. aber auch, weil er mir noch nicht bis zum Schluss deutlich war.
Der Vogel hatte die Kraft, den ganzen Raum zu erleuchten, konnte es aber nicht, weil er nicht gesehen wurde, er fristete ein ziemlich unbeachtetes Dasein. Ich war sehr erstaunt, dass einige ihn überhaupt gar nicht gesehen hatten, wo er doch so prachtvoll war und wollte sie darauf aufmerksam machen, aber ich hatte kaum Worte und ich hatte keine Stimme. Ich hatte mich umgeschaut und gesehen, dass es einigen anderen auch so ging wir mir. Ich wusste aber auch, dass welche im Raum waren, die Stimme und Worte gehabt haben und auf den Vogel hätten aufmerksam machen können, aber sie taten es nicht. Und mir wurde immer klarer, dass sie damit auch nichts mehr erreicht hätten, denn es bildete sich, von einem oder ein paaren ausgehend, ein festes, dichtes Netz aus knorzigen, knorrigen Gedanken. Das Netz breitete sich immer weiter aus und legte sich so fest über alle rüber, dass ich kaum mit meiner Hand durchkam, um zu versuchen, wenigstens auf den Vogel zu zeigen. Auch damit ging es anderen ähnlich. Die, die den Vogel gesehen hatten und auf ihn aufmerksam machen wollten waren verteilt im Raum und konnten sich gegenseitig kaum sehen, schon gar nicht zueinander hingehen, so verknorzt und verknarzt und immer dichter wurde das Netz. Und die, die was hätten sagen können standen beisammen, aber von den anderen etwas abseits. Das Netz wollte auch sie umspannen, aber ich konnte nicht erkennen, ob es sie erreicht hatte.
Ja, soweit der Traum.
Dadurch, dass es so war, wie es war, habe ich ein großes Spektrum, mir die Bewegungslosigkeit, auch Gefangensein und Verknorztheit anzuschauen. Wir waren ja nicht zufällig diese Leute in dieser Gruppe, wir waren uns ja auch gegenseitig Spiegel, ich konnte, und kann noch, mich darin anschauen - und wiedererkennen, in manchen Teilen mehr in anderen weniger. Und es taucht eine Spur in mir auf, wo meine Verantwortung war.
Danke und viele Grüße,
...

Umwege... der See führt
Das Schloß übersehen
Der Eingang so klein

Kühle Räume
Menschen beim Essen
Verlorenheit

Freundlichkeit findet ein Zimmer
DA sein
Dazugemischt
Verloren

Im Garten zuhause
Die Steine wachsen von selbst
Mutter Erde nährt so sanft

Die schwingende Saite
Gibt Frieden

Ein Kreis von Stühlen
Urvertraut
Noch mehr die Mitte

Am richtigen Platz
Wie auch immer
Alles nimmt seinen Lauf
Soll SEIN, wie es IST

Gefühle steigen auf
Und weisen den Weg

Menschen, die bereit sind
Einfach so
Stille, Ängste, Narrenspiel, Freudenschein
Tiefe, Höhe, Bewusstlosigkeit
Masken, Seelen, Traurigkeit...
SEIN und SCHEIN
Alles.. Mensch

Pausen, Sonne, Musik, Nähe, Grenzen
Der Tanz ist still und leise
Meist verborgen
Gesehen oder nicht
Das Tier zieht seines Weges

Tanzen, Berühren, Ängste, Freude
Aufregung, Wünsche, Wärme, Liebe
Außenstehen, Grenzen, Kälte

Barfüßig auf hellen Dielen
Der Himmel beschenkt so reich
Ein Stück Seligkeit
Neugierige Menschen offenen Herzens

Die Elfe vernimmt´s
Das Messer im Herzen
Steckt tief
Der Schmerz ward nicht zu tragen
Vulkane brechen aus
Die Erde erbebt
Seelen schreien
Versteckt hinter Angst

Das Schloss voller Kinder
Lachen, Aufregung, Freude
Der Kaffee tut gut
Mehr alles andere

Vieles ist geboren
Weiß noch nicht
Was leben will

Das Rudel zieht seines Weges



Oktober 2012

Feedback Gemeinschaftsbildung Wochenende 5.-7.10.12

Zuerst danke ich jedem einzelnen von euch für den Mut, sich auf so einen Prozess einzulassen. Danke auch dir, Götz, dass du uns dein Engagement und den Raum schenkst und damit Gemeinschaftsbildung möglich machst!
Ohne euch und dem geschützten Raum wäre ich in meinem sicheren aber einsamen Schneckenhaus noch eine Weile hängen geblieben! Gerade auch durch die Reibung und Grenzen konnte ich meine Einstellung zum Leben, meine Wünsche und Ziele neu hinterfragen. Das hat sich zuerst wie eine gähnende Leere angefühlt, ein Sterben von alter Orientierung, aber jetzt öffnet sich eine Tür, durch die ich gerne gehe, auch wenn dahinter viel Unbekanntes und neue Gefühle noch verborgen sind .
Es war für mich eine reiche, tiefgreifende Erfahrung, die sicher auch weiterhin noch einiges auslösen wird. Wie spannend!



März 2012


Hallo ihr Lieben,
nun ist es schon über drei Wochen her, dass unsere Gruppe zusammen kam.
Ja es war auch für mich eine ganz besondere Erfahrung, etwas unvergessliches.
Ich kann mich an so vieles so lebendig und detailgenau erinnern!
Ich bin sehr dankbar, dass ich diese intensive Erfahrung machen durfte.
 
Vorgenommen hatte ich mir ja, die Ruhe mitzunehmen.
Im Berufsleben ergab es sich dann aber, dass Chaos immer wieder das war,
was sich richtig anfühlte.
Dinge ansprechen die nicht stimmig sind und nicht weiter um jeden Preis
die Harmonie bewahren (die ja gar keine ist).
Das war eine schöne Erfahrung:
Die übliche innere Zurechtweisung "Ach, hätte ich doch lieber nichts gesagt." blieb aus.
 
In die Hektik und schnelle Geschwindigkeit kam schon nach zwei Wochen wieder.
Dann wurde ich aber ausgebremst durch eine Steißbeinverletzung.
Nun bin ich total entschleunigt, alles geht nur seeeehr langsam und achtsam.
Daraus habe ich gelernt.
 
Ich wünsche euch allen weiterhin wertvolle Erfahrungen
mit Gemeinschaft, Chaos, Ruhe und allem was dazu gehört.
Viele *LG*

Februar 2012 Siebenlinden

Es ist jetzt genau eine Woche her, dass wir es miteinander wagten, uns auf die geniale Methode von Scott Peck einzulassen. Was wir da zusammen erlebten, klingt bei mir nachhaltig nach. Ich bin sehr berührt und dankbar und schaue nun, wie und wo ich auf dieser Schiene weiter machen kann.

Es prägt mich jedenfalls jetzt schon (Entschleunigung, Pausen, mich auf das Wesentliche konzentrieren, klare(re) Kommunikation > entscheidende, immer noch sehr präsente Feedbacks von u.a....! und neuer Blick auf die Wichtigkeit der Mitmenschen: Wir brauchen mehr denn je Gemeinschaften....).

Es war sicher eine der besten Gruppenerfahrungen, die ich je hatte. Ich denke an euch alle, und hoffe, dass dieses schöne Seminar auch bei euch in irgendeiner Form weiterwirkt.


Du sprichst mir direkt aus dem Herzen. Besser hätte ich es nicht formulieren können.
Für mich war es auch das beste und intensivste von den 4 Gemeinschaftsbildungsseminaren, die ich besucht habe. Danke euch allen für euern Mut, Intimitäten der Gruppe preisgegeben zu haben, nur so war es mir möglich, am Sonntag so stark in mein Gefühl zu kommen und mich im Moment zu fühlen. Hatte am Mittwoch in unserer Gemeinschaftsrunde in ... das Gefühl, als wären wir eine Etage tiefer gerutscht. Und bei mir wächst so langsam der Wunsch mit Menschen in Gemeinschaft zu leben, wo einfach ein tieferer und ehrlicher Austausch möglich ist und an dem ich mitwachsen kann.


Ich denke gerade recht wehmütig über meine Rückkehr nach. Es ist mir gerade ein so großer Kontrast, wieder "zurück" in der "verkopften" Welt zu sein. Ja, mir fehlt unsere entschleunigte und gefühlvolle Kommunikation. Der Workshop hat bei mir wirklich einen großen Eindruck hinterlassen. Es war wirklich eine große Erfahrung ganz anders zu kommunizieren und Gemeinschaft zu erleben. Jetzt fehlt mir die Gemeinschaft und die entschleunigte Kommunikation und ich überlege, ob ich nicht versuchen sollte die Gemeinschaftsbildung nach ... zu holen. Da ich aber noch keine existierende Gruppe fand, liegt es an mir den Grundstein zu legen. Ob ich das schaffen könnte?


Berlin Februar 2012
Liebe Verbündete
der Gemeinschaft begründete
ich labe, ja habe
von euch Menschenkindern
Gefühlen und dem Leben getrunken
versunken nun in Bildern und Gedanken
die in mir ankern
an klangen
klagend und klingend
von der Mühsal
zur Muse
verzaubert und singend
Sekunden zu Stunden
wahrnehmend und sehend
verstehend
aus ruhiger Stille
allein
Sein
allein(s)sein
rein
wortgewandter Wille
nickend und neckend
Interesse weckend
abfallend und aufsteigend
sich ineinander verzweigend
verflechtend und verhindernd
beflügelnd und vermindernd
behutsam, beseelt, bewegend, verkopft
einander wurde sich abgeklopft
tanzende Leichtigkeit
schwerelos oder angestrengt
weit und bereit
hoffen und offen
ein stetes Schweben und Beben
beklommen und eng
wenn
der Kreis zu lange schweigt
Silben die bilden
Rhythmus und Klang
Atemgang
von der Luft getragen
ins Ohr, in den Kopf, Bauch oder Herz hinein
Menschen die sich zugewandt
beieinander lagen
gehend und gähnend
schützend und scherzend
sitzend und schwitzend
stehend und strebend
wirkend und wartend
laut oder leise
jeder auf seine ganz eigene Weise...
Dank an alle für die gemeinsame Reise
Pamela Mund, Februar 2012

Oktober 2011

Ich bin seit unserem Wochenende grundsätzlich positiver eingestellt
und klarer gegenüber mir selbst, meinen Mitmenschen und dem Rest der
Welt.
Diese Positivität und innere Klarheit bekomme ich natürlich zurück von
meinen Mitmenschen und meiner Umwelt.
Für mich hat dieses Wochenende somit eine nachhaltige Steigerung
meiner Lebensqualität zur Folge.
Da kann ich nur nochmal sagen:
Für mich war und ist dieses Wochenende eine der bewegensten
Erfahrungen in meinem Leben!

Es hat mich ganz schön durcheinander gewirbelt, aber so langsam schaffe ich
die Integration in meinen Alltag und es geht mir viel besser. Ich fühle mich
sehr kraftvoll und entspannt!
Es war eine sehr wichtige Erfahrung für mich, denn es hatte etwas sehr
beruhigendes, in der Runde alles von sich zeigen zu können.

Und die Musik am Ende war echt schön-von wem noch gleich? ...Scott


ganz lieben Dank an Euch für Alles! Ich nehme letzten Endes doch viel mehr aus dem Seminar mit als ich anfangs dachte. Die Sensibilität für Ich-Botschaften ist bei mir geschärft worden und der Aspekt der zugrundeliegenden Handlungsmotive tritt stärker in meinen Fokus. Das läuft eher auf meine eigene Analyse als auf die anderer hinaus. Ich komme damit meinem Fühlen näher was mir schon lange ein großes Anliegen ist. Und dann natürlich habe ich einen guten Geschmack davon erhalten, was es bedeutet, Risiken einzugehen. Das macht mir großen Mut.

Goetz (ich weiss nicht wo das oe auf der Niederlaendischen Tastatur ist), was Du geschrieben hast, vom sich schwer ablenken koennen (im Kreis) und dadurch die Impulse besser fuehlen zu koennen, war genau das was ich an diesem Wochenende bei mir wahrgenommen habe. Und wie ich damit umgegangen bin, nehme ich gedanklich als Stuetze mit fuer den Alltag.

Ausserdem moechte ich Euch dafuer danken, dass ihr mich nicht in den Arm genommen habt, in den Momenten wo ich weinen musste. Denn das hat mir letztendlich viel mehr Kraft gegeben.


Wir haben das Wochenende in Sieben Linden sehr genossen - eine wunderschöne Auszeit, ein superinteressanter Seminarort und eine gute Gruppe. 
Ich bin gespannt, was es an der Kommunikation hier im Beginenhof ändern hilft.
Falls Ihr Lust habt, zu schauen wie und wo wir wohnen: www.beginenhof-essen.de und - Ihr seid natürlich jederzeit sehr herzlich willkommen.



Dass es für mich ganz toll war, sagte ich gestern schon! letztendlich war ich mit mir richtig zufrieden.....! Denn das kenn´ ich natürlich:

wenn ich mir selbst im weg´ steh´, kann nix entstehen, bei noch so gutem Umfeld. ich war im Vorfeld sehr gespannt auf den "Oberguru der Gemeinschaftsbildung," den so viele schon "erlebt" hatten!!! du schienst mir ganz normal und erfrischend im Umgang mit uns. Tatsächlich hatte ich bald das Gefühl, dass du mit zur gruppe gehörst. Ich fand dich präsent, empathisch und Gott sei Dank aktiver eingreifend, als ich befürchtet hatte. Danke sage ich Dir besonders dafür, dass ich durch Dein Dasein die Chance habe, auf ganz andere Weise Teilnehmerin zu werden als bisher, den Druck der Gründungs- und Aufbauzeit abzubauen und mich meiner Aufgaben zu widmen auf dem Weg zum Heilwerden. Die Gruppe/Einzelne konnten durch Deine Arbeit Chaosphasen und auch Entleerung zulassen. So haben wir eine Ahnung davon bekommen, was Gemeinschaftsbildung sein kann. Ich sagte ja schon, ich fühle mich reich beschenkt.


Ich habe am Wochenende mit Dir gespürt was Gemeinschaftsbildung sein kann. Darüber freue ich mich. Ich finde Dich authentisch und Du hast meine Hoffnung auf die Wölfe und eine sich anschließende Transformation geweckt. Trotz meiner Furcht habe ich die Frauen und Männer annehmen können, Nähe gespürt, Kummer und auch  Erfrischendes. Das lag an Dir, uns und den unsichtbaren Schranken, die Deine Erklärungen auslösten. Es geht mir ganz gut, sonst gehe ich schon mal hoffnungslos nach Hause. Ich wollte mich bei dir bedanken, dass du auf meine Irritation mit dir am WE nicht reagiert hast. Das gab mir Gelegenheit zu sehen, was da bei mir dahintersteckt. Das sehe ich jetzt ganz klar, und ich habe auch gesehen, wie schwer es mir fällt damit da zu sein. Aber ich wollte auch nicht meinen alten Konflikt mit dir in die Gruppe tragen, deshalb habe ich nichts direktes gesagt.

Nach einer Woche Abstand zur GB-Gruppe ist mir der Ablauf noch vollkommen präsent. Ich habe sehr davon profitiert und bin danach ganz belebt in meinem Alltag angekommen. Allerdings - es hat zwar die Qualität Deiner Begleitung für mich nicht gemindert - mit etwas weniger (Name von einer Teilnehmerin) hätte ich mich am Samstag wohler gefühlt.

Es hat mir gut gefallen, dass Du an dem Wochenende teilgenommen hast. Mir ist dadurch klar geworden, dass wir so ganz allein schnell ins diskutieren kommen und nicht in Kontakt mit den einzelnen Teilnehmern treten. Auch, dass wir dann nicht unsere wahren Gefühle preisgeben.

Obwohl ich in Gruppen, in denen ich die Teilnehmer nicht gut kenne, immer wieder Angst entwickle, mich zu öffnen, war ich rückwirkend gesehen sehr froh, an dem Wochenende teilgenommen zu haben. Am Freitagabend habe ich keine Gefühle gespürt und mehr und mehr gemerkt, wie ich mich eingeigelt habe. Ich war total verspannt und sah für mich keine Chance mehr, mich einzubringen. (Name einer Teilnehmerin) ist nach meinem Eindruck für mich sehr dominant aufgetreten. Vor dieser Dominanz hatte ich große Angst. Doch ist mir auch bewusst geworden, dass gerade sie mit ihrer Dominanz für mich eine Herausforderung bedeutet. Nachdem ich ihr gesagt hatte, dass sie dominant auf mich wirkt, hatte ich am Samstag und Sonntag keine Angst mehr vor ihr. Ich glaube, ein Teil von mir wäre auch gerne so mutig wie sie, sich in die Gruppe einzubringen, unabhängig, was der eine oder andere von mir denkt. Ich denke immer, dass ich Unsinn rede und die anderen mir eh nicht zuhören. Mein immer wieder kehrendes Problem in Gruppen.


März 2011

Hallo lieber Götz,Nicht gefallen hat mir, dass eine Teilnehmerin mehrfach versucht hat, Konflikte mit Dir in der Gruppe auszutragen. Allerdings hat mir gefallen, dass Du das elegant abgewehrt hast. Deine ruhige und bedachtsame Art mit den Teilnehmern umzugehen, gefällt mir sehr gut.

Herzliche Grüße



Lieber Götz,
jetzt merke ich erst, was für ein beeindruckenden Workshop du mit uns gemacht hast.
Danke für deine Energie und dein Durchhaltevermögen!
Jetzt weiß ich, egal was mit dem Gemeinschaftswohnprojekt wird, dass ich was für´s Leben mitgenommen habe. Gefühle spüren und raus lassen, damit der Gegenüber auch wirklich was damit anfangen kann und mit MIR lebt und nicht mit irgendein "Geschwafel" ;-))
DANKE!
Wünsche dir weiterhin alles Gute und Liebe!



Februar 2011

Hallo ihr Lieben,
ich will jetzt nicht viele Worte verlieren, aber für mich war das Wochenende phänomenal.
Meine Frau und ich haben noch eine Nacht im Gruppenraum geschlafen und offensichtlich war der Gemeinschaftsgeist noch da.
Ich habe nachts wieder dieses tiefe Glücksgefühl gehabt und kaum war es da kam eine riesige Trauer - Ich habe abwechselnd gelacht und geweint und geschrien und gejuchzt und manchmal auch alles gleichzeitig.
Meine Frau hat mich gehalten und kein bisschen getröstet sondern war einfach nur da. Es war wundervoll. So etwas habe ich noch nie erlebt. 

Wenn ich das so lese klingt es total langweilig. Aber es war wirklich das Beste, was ich je erlebt habe.  - DANKE!

Wir werden jetzt Leute hier in xxxxxxx suchen und dran bleiben.

Fühlt euch umarmt und gedrückt!



Dezember 2010, Ökodorf Sieben Linden
Liebe 7-Lindener,

ein Gemeinschaftsbildungs-Seminar nach Scott Peck nicht in einem Seminarhaus, sondern eingebunden in das menschliche Miteinander einer lebendigen Gemeinschaft: Ich bin sehr dankbar für dieses außergewöhnliche Erlebnis!

Außerdem möchte ich den Mut von Götz Brase betonen, wirklich tief in die Nicht-Leiterschaft* der Seminarleiter einzutauchen und gleichzeitig die volle Verantwortlichkeit jedes Teilnehmers für seine Erlebnisse und Ergebnisse herauszufordern.**

Dieses Seminar ist ein mächtiger Meilenstein in meinem Leben geworden und passt mit seiner Betonung des authentischen Impulses anstatt gewohnheitsmäßiger Reaktion genau in meinen spirituellen Weg***.

Ich empfinde sowohl eure Gemeinschaft, als auch das Seminar als sehr auf der Höhe dieser Zeit!
____________________________________
*  ("Anti-Guru-Programm" als scherzhafte Bezeichnung von Götz Brase)
** (group of all leaders)
*** Thomas Hübl


November 2009, Bali
Dear members, this is to let you know about our workshop in community building and the time after.
We started on the 12th of November and went on for 4 days.
F. and H. were present as prospects and Y. and D. were invited too and joined.

Wow, we had a very interesting time!
It was just like described in the book, we went through "beautiful" chaos for quite some days, blame, complaints, judgements, anger, fury and hate could be expressed and felt, and thus owned.
The air cleaned more and more.
Many of us came into contact with more vulnerable feelings and later there were more and more tender feelings expressed of sadness, longing and belonging.
Some old hurts started to heal, some childhood traumata were touched and we dared to show our more vulnerable side.
In the afternoon of the 4th day we decided to make such a workshop again next year.
Also to go on on a daily base for 3 hours during the living community days until the 30th of November. That was a good experience, as sometimes Goetz was sitting in with us,
sometimes we did it alone. And we did manage really good alone.

A “group of all leaders” is really developing, much to our own surprise.
Now, after the end of the Living Communtiy Days, we still meet every second day, for communtity buiding. All kind of feelings can be expressed there, in a relatively safe atmosphere.
Coming sunday S. and 2 friends will join, as they did a workshop like this in the South of Bali.
We will also have a Vipassana half day this sunday and on the sundays to come.
Most or all of us feel much more united, more and more beautiful things are happening, and we all feel that we are on a good path with this.
It was also frequently expressed that we miss you guys who were not present here,
and that we are hoping you all could come to the next possibility of a community building workshop.
The one in september 2,3,4, or for some of you earlier already, as Goetz and Sabine do workshops on a regular basis, see their website.

All together it was an amazing experience, and at times it really felt like the energy of the vision,
the honesty, the tenderness, the unitedness. Love could flow again as honesty was a higher value than being nice, and lots of fear of speaking up was overcome on all sides.

It reflected also on our decision day, as we had hoped before.
We could unanimous decide for example , not to make rules about the different membership forms,
but leave it for now, and meet each other in a new and free way.

The next workshop will be in Europe September 2, 3 and 4, 2010,
we asked Goetz and Sabine to be there again, and the date is ok. for them.

Would not it be great if we could be together, almost all of us?
Except S., but who knows, she might decide to visit her family in September.
Anyway, we hope we gave you an impression.
For the ones who were not in Bali during the workshop and after, feel free to contact one of us, if you want to know more.
For now, we send you love from Bali, from all of us.


November 2009, Bali
Danke, dass ihr für uns/zu uns gekommen seid.
So ganz neu, diese Herangehensweise -fühlte sich erst einmal "strange" an,
wie bei einer Geburt, die lange Zeit überhaupt nicht ins Fließen kommt -
und dann die Erkenntnis, selbst im langen Schweigen miteinander- geschah so unendlich viel Lösung und „alignment“.
Welche Befreiung und Frieden, nicht prompt Erwidern zu müssen, - aus verschiedensten Gründen, wie aus Höflichkeit,
oder um nicht blöd dazu stehen,  oder kein schneller Denker zu sein-
 
Ein Geschenk in diesem geschützten Rahmen ausprobieren zu können,
sich erlauben zu warten, bis etwas gereift ist, dass ein wirklicher Beitrag ist.
Und es sich auch erlauben zu dürfen, mal keine Meinung zu haben,
weil eben etwas noch gar nicht reif ist, ausgesprochen zu werden,
oder dem Gesagten einfach gar nichts hinzugefügt werden muss... 
 
So wurde das zunächst als bleierne Schweigen verstandene  
zu einer wachen beobachtenden und dennoch relaxten Übung..
In diesen 4 Tagen mit euch hat sich mein ganzes System erholen können
und viele andere Dinge sind gleichzeitig auch an ihren Platz gerutscht.  
 
Danke, es war sicher nicht immer leicht für euch, so ruhig und stark und lebendig  in eurer Präsenz
und so feinfühlig dabei -so rezeptiv. Hochachtung.
 
Und selbst wenn Götz mal hier und da richtig grantig rüberkam,
welch Wunder!!!???  genau das öffnete mir das Herz.
Wegen seiner absoluten Ehrlichkeit in dem Moment und der gezeigten Verletzlichkeit, Authentizität und Integrität.
Und dann mußte ich -zuerst aufgeschreckt- herzlich lachen, befreiend lachen, aus der Tiefe.
Nicht über Götz oder über mich, aber weil ein Teil wach geworden war, der sich so sehr daran freute!


Lieber Götz,
vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht. Ja ich fühle mich so angesprochen von Deiner Anrede: Gemeinschaftsbildungs-Interessierte. Seit ich von Bali zurück bin, fühle ich mich bindungsfähiger und gleichzeitig nehme ich meine Einsamkeit stärker wahr. Die hatte ich wohl gut verdrängt hinter meiner "Härte". Also ich spüre auch um mich herum in unserem "Dorf" von vielen Seiten das Bedürfnis zur Gemeinschaftsbildung, nur weiß keiner wie man sich das so vorstellen kann. Ich schenke einigen sehr interessierten Bekannten das Buch von Scott Peck. Was könnte ich sonst noch tun, um hier etwas Gemeinschaftliches in die Gänge zu bringen. Falls Dir was einfällt, würde ich mich über einen Vorschlag sehr freuen.

Als ich das Buch von Scott Peck anfing, ahnte ich nach ein paar Seiten schon, dass für uns ein Wunder passieren würde, wenn wir uns dazu entscheiden würden, wenn alle einverstanden sein könnten, die auf das nächste Jahrestreffen nach Bali kommen würden. Ich hatte große Hoffnungen, denn die Kämpfe der letzten 11 Jahre um die praktische Umsetzung der Vision von einer Gemeinschaft, die das gemeinsame Ziel Erwachen hat, hatten mich gesundheitlich und seelisch ungeheuer mitgenommen.
Nach unserem Workshop mit Götz und Sabine kann ich nur sagen, dass ich viel zu wenig erwartet hatte. Wir sind jetzt offener miteinander, wenn auch nicht alle mit gleicher Intensität. Es ist Nähe und Verständnis entstanden. Was für mich persönlich das Schönste ist: Ich fühle mich weich und geborgen. Und doch kraftvoll und bereit zu kämpfen, aber dafür, meine Abwehr aufzugeben und stattdessen meiner Intuition zu vertrauen.
Der Zustand ist einfach nicht mit Worten einzufangen. Ich bin sehr glücklich.
Grossen Dank an Götz und Sabine, und Hut ab! Mögen noch viele Gemeinschaften durch Euren Beitrag entstehen!


November 2009, Sieben Linden
Also ich nehme mir jetzt mal fünf Minuten, sonst gehts im Alltag bloß
wieder unter. Also ich fand das Seminar sehr bewegend. Es hat mich sehr
tief verändert, behaupte ich. Es hat mich dazu gebracht nicht sofort
immer zu handeln, sondern die Dinge erst mal zu betrachten und meinen
Standpunkt kurz zu checken bevor ich handle. Den Impuls zu finden ist
ein gutes Ding. Ich werde mir demnächst das Buch von Scott Peck kaufen.
Es war wirklich ein Seminar, welches sehr in die Tiefe ging und ich
merke, dass ich gerne in die Jahresgruppe gehen möchte.

Als ich dann am Sonntag mit dem Zug nach Hause bin, da stand ich auf so
einem alten Bahnhof. Es kam mir vor als würde die Welt gleich
untergehen, oder als würde die Welt kurz vor dem Ende stehen. Ich kam
mir vor wie auf Drogen. Allerdings war ich in einer gewissen Distanz zu
meiner Betrachtung. Ich war nicht wirklich gefühlsmäßig betroffen, also
ich hatte jetzt keine Angst oder so.

Als ich dann in den Zug gestiegen bin, wurde es noch etwas intensiver.
Die grölenden Männer mit Bier und die doch etwas doofen Gespräche haben
mir echt nochmal die Tiefe des Seminars klar gemacht. Der normale Mensch
labert einfach so viel sinnloses Zeug den ganzen Tag über.
Ich hatte das Gefühl, das diese Menschen so weit von Ihrem wahren Gefühl
waren, dass sie mir wie Schlachtvieh vorkamen, die von Ihrem wahren
Leben und dem wahren Gefühl keine Ahnung haben und deswegen
unvermeidlich dem Tode zusteuern, ja teilweise schon ein totes Leben
leben. Ich empfand mich wie ein SuperSoftie, aber ich denke doch dass
meine Wahrnehmung einfach extrem geschärft war und es keine Einbildung
war.

Ich empfehle die Gemeinschaftsbildung auf jeden Fall nur weiter und würde
auch gerne lernen solche Seminare zu leiten. Ich finde es so
erleichternd nicht in dieser Zwangshandlung weiter leben zu müssen. Ich
kann jetzt einfach mal weniger reden oder gar nicht oder auch ganz
klarer und überlegter reagieren.


Ich denke noch sehr oft an unsere Zeit in Sieben Linden zurück. Als ich wieder zu Hause war, konnte ich eine totale Ruhe in mir fühlen und alle meine Sinne schienen geschärft (ähnlich wie nach einer Fasten- oder Schweigezeit!). Das war ein großartiges Gefühl!

Ich nahm mir dann erneut das Buch von Petra Mecklenburg über CB zur Hand und las einiges nach. Und dann ärgerte ich mich, dass ich mich nicht mehr entleert hatte und mir wurde wieder bewusst, wie wichtig es gewesen wäre.

Mir gingen auch die Worte von Sabine nicht aus dem Kopf, dass jede sechste Gruppe es nicht in die Authentizität schafft (so habe ich es doch richtig verstanden?) und wir waren so eine Gruppe. Ich habe nun wieder mehr über meine Eigenverantwortung gelernt, wie z. B. dass es mir nichts bringt, wenn ich aus Angst (doof dazu stehen) schweige.

Und ich frage mich die ganze Zeit, wie kann man eine Gruppe nur dazu bringen, Vertrauen aufzubauen und sich dann zu entleeren, wenn die meisten Angst haben bzw. sich ihrer Ängste gar nicht bewusst sind? Ich nehme mal an, dass es so bei vielen von uns war (mich natürlich eingeschlossen).

Alles in allem war es für mich eine riesige Bereicherung und ich bin Euch so dankbar, dass Ihr diese Workshops gebt!

Ich sende Euch viele liebe Grüße aus Hamburg und werde bestimmt wieder mal dabei sein, wenn es im Norden ist.

PS: Ist die Jahresgruppe eigentlich die Ausbildungsgruppe oder ist das noch etwas anderes? Falls ich im Sommer nicht nach Schottland gehe, hätte ich da großes Interesse dran.

Oktober 2009, Jahresgruppe
hallo D. in asiatischer Luft, hallo sabine und an euch alle,

leider stelle ich fest dass ich öfters sterben muss. so ein mist!
ich hatte schon mal meine mega krise nach der kommune und bin da nach und
nach ziemlich gestorben und habe einen weg gefunden wo ich wieder energie
gesammelt habe, durch meine zeit um carlos castaneda, der auch viel über das
sterben spricht.
aber das ego, das unkraut in mir, mein vorwurfsvoller unterton bei jeder
gelegenheit, meine enge, meine großartigkeit, meine eitelkeit, meine
schrulligkeit und empfindlichkeit und empörung über vieles, das alles
schwappt immer wieder hoch und dann habe ich die erinnerung nur noch ans
sterben, wie ein heftiger schmerz, demütigung und danach die erleichterung,
die dankbarkeit.
das macht mich dann sogar noch eitel diese erinnerung aber das richtige
gefühl vom "los lassen, aufgeben" meine festung ist weit hinten. Ja ich muss
immer wieder schwer daran arbeiten, immer wieder dieses sterben anstreben.
vielleicht gelingt es dann immer besser, weil man weiß, wo lang. wenn man auch
bereit ist, sich nicht zufrieden zu geben mit dem bisschen was man schon
erreicht hat.
es ist schon lustig was für Kasperl die menschen sind, ich muss eigentlich
gerade nur lachen darüber.

bis bald, ich freue mich.


Oktober 09


Letztes Wochenende war ich bei unserem Scott Peck Wochenende, mit meinem
Gemeinschaftskreis zusammen und die Post ist so abgegangen, sodass ich jetzt
noch die Verletzlichkeit spürre und den Schnupfen auch deshalb gleich
eingefangen habe. Ein solches Gefühl der Liebe und der Verletzlichkeit, nach
einer nicht sehr gut duftenden Chaos Phase, ist eine unglaubliche
Bestätigung des Prozesses und erfühlt mich einfach nur mit Dankbarkeit.


September 2009


Hallo Sabine, Hallo Götz
danke für die Liste -u. auch vielen Dank nochmal für Euer DASEIN. Auch im
nachhinein habe ich manches erst gesehen u. verstanden. Das "erinnern" an das
Fühlen dieses "weichen Moments" am Sonntagmorgen hilft mir im Moment oft
sehr .Ansonsten habe ich das Gefühl durch dieses Wochenende mehr im Leben zu
Sein u. angeschlossen. Das hat sich für mich ganz stark gezeigt, als ich auf
der Zugrückfahrt zw. Schweiz u. Stuttgart doch tatsächlich vor meinem Abteil
eine Freundin traf, die ich vor 3 Jahren auf der ... kennengelernt
habe u. seitdem einen lockeren Brief bzw. Mailkontaktpflege, da wir weit
entfernt wohnen. Das war ein schönes Geschenk.
Danke.
ganz liebe Herzensgrüsse ...


August 2009


Liebe Gemeinschafts-Interessierte,
das Gemeinschaften-Festival im August war diesmal für fast alle der rund 100 Gäste wieder sehr inspirierend, unten folgen einige Berichte. Ab der Festival-Mitte lief die Organisation fast von allein, so dass ich selber an einigen Workshop-Angeboten teilnehmen konnte. Am meisten inspiriert hat mich die Bezugsgruppe „CommunityBuildung“ nach Scott Peck mit Götz Brase: Das Genießen der Stille, wenn keiner was sagt, und was dann daraus für Impulse entstehen = außer Reden auch Bewegung im Raum, Lachen, Weinen, Umarmung ... Deshalb haben wir Götz & Sabine eingeladen, Anfang 2010 uns bei unserer eigenen Gemeinschafts-bildung in Südbaden zu unterstützen, z.B. 2.-4.Januar im Taunus im Anschluss ans Gemeinschaften-Festival oder 22.-24.1. bei uns im Schwarzwald. Wie schön wäre es, wenn es noch mehr interspirituelle Gemeinschaften geben könnte, die einen Wandel im Denken und Leben der Menschen unserer Zeit bewirken könnten
Ich persönlich nehme mit:



Mai 2009


Ich genieße unsere Scott Peck Wochenenden sehr und merke wie mein ganzes bisheriges Leben wieder auftaucht, seine Spuren zeigt und wieder beginnt, ganz langsam in eine neue Richtung zu fließen, wie ein mächtiger Strom, der gemächlich seinen Lauf findet. Manche Dinge passieren offenbar einfach, fast wie ungewollt. Mancheseinmal sehr stark Gewolltes, das lange in Vergessenheit geraten war, ist dann plötzlich wieder da und will sich verwirklichen, wie eine Wüstenblume, die wieder Wasser bekommt
Die Ökodorf-Initiative und speziell die gemeinsamen Wochenenden sind für mich ein kleiner Schatz geworden, ein Raum, sehr konzentriert in mich hinein zu hören und zu spüren und es nach außen zu geben, auszudrücken, gehört zu werden, mich zu zeigen. Ich halte das für ein ganz tiefes menschliches Bedürfnis. Nur, wo ich das verwirklichen kann, fühle ich mich zu Hause. Dazu gehört besonders, die Verletzlichkeit zu zeigen, aber auch zu lernen mit ihr humorvoll und schöpferisch umgehen zu lernen. Da finde ich unsere Erfahrungen mit der AA-Parabel sehr hilfreich: in die Tiefe gehen, sich auflösen vor Schmerz und Verzweifelung und sozusagen gereinigt wieder auftauchen, mit Spaß am Leben, an Körper und Stimme, letztlich an der eigenen Sexualität (oder?), sich zeigen, offen sein, humorvoll, schön.


Liebe Sabine,
Lieber Götz,
Liebe gemeinschaftsbildende KollegInnen,

mein Feedback kommt spät, aber was lange gärt wird endlich gut. Heute Abend habe ich gemerkt was Gemeinschaftsbildung für mich bedeutet. Ich habe
gespürt, dass Ihr alle einen Teil von mir gespiegelt habt, jeder/jede mit ihrer Persönlichkeit. Ich erkenne, dass ich Anteile von Euch in mir habe und spüre plötzlich diesen Reichtum der da entsteht. Ich höre Euch reden, agieren, diskutieren und fühle mich mit jedem von Euch ein Stück weit verbunden und darüber hinaus seid Ihr für mich Begleiter auf meinem Gemeinschaftsbildungsweg. Ich nehme Eure Energien, Anregungen und Impulse in mir auf und setze sie ein, fange an mich zu zeigen, achte auf Impulse, take a risk, lehne mich aus dem Fenster und lass mich überraschen. Ich danke Euch für die Einblicke, Ausblicke und Augenblicke, die ich durch Euch und mit Euch erleben durfte.


April 2009

Liebe Sabine & Götz,

da ihr unvorsichtigerweise um Feedback gebeten habt, geb ich euch eins:
Ihr seid wunderbare Menschen, und ich danke euch für das Geschenk CB.
Mich beeindruckt euer Mut, eben nicht einzugreifen, und sich auch mit
Zweifeln und "Fehlern" zu zeigen.
Durch eure Initiative konnte ich nach Herzenlust experimentieren; ein
Riesengeschenk für mich.
Ich vertraue euch und desewegen trau ich mich, soviel von mir zu zeigen.
Ich umarme euch und die ganze Welt


Februar 2009:

Gemeinschaft, wie geht denn das? (ein Erlebnisbericht)

15 Menschen sitzen im Kreis. Keiner sagt was. Wenn dann doch jemand spricht, erhält er keine Antwort, kein Feedback. Wieder Schweigen. Manche haben die Augen geöffnet, manche geschlossen. Dann spricht irgendwann wieder ein Teilnehmer, doch über etwas ganz anderes als sein Vorredner. Die Seminarleiter unternehmen meist nichts. Stundenlang sitzen sie scheinbar unbeteiligt dabei, und lassen uns in unserem eigenen Saft braten.

Und so ging das 3 Tage, und am Ende war ich voller herrlicher Gefühle mir und den anderen gegenüber und voller klarer Gedanken im Kopf.

Ein Wunder? Natürlich!

Irgendwo dachte ich immer, dass letztlich nur Geld und Macht mir Sicherheit und Geborgenheit geben könnten, denn die Menschen kommen und gehen. Pleite und ohnmächtig, so wollte ich nicht leben. Doch, macht mich diese Einstellung, getrieben von Ängsten, glücklich? Nein, sie hat etwas isolierendes, ich schneide mich ab. Ich begleite beruflich Menschen beim Sterben, und in dieser essenziellen Phase spielen dein Besitz, deine Reputation einfach keine Rolle.

Das ist jetzt kein Aufruf, als Bettelmönch durch die Welt zu ziehen. Dinge wie Geld und Einfluss gehören an ihren Platz, und man soll sie genießen. Doch niemals können sie die Sehnsucht unseres Herzens stillen. Die Beatles haben recht: „Can`t buy me love.“

Ich habe herausgefunden: Gemeinschaft heilt. Ich kann sie in mir tragen, und ich fühle mich heil und ganz.

Der Mensch ist für Gemeinschaft gemacht: ein historischer Abriss.

Also, der Mensch zog als Nomade über die Erde, als Jäger und Sammler immer hinter den Beutetieren her, und im Winter suchte man sich eine trockene Höhle. Um der Kälte zu trotzen, kuschelte man sich schon mal eng zusammen. Für den Neandertaler Way of Life war die Gemeinschaft immer von Vorteil. Jagen, Sammeln und naturnahes Wohnen funktionierte partnerschaftlich am besten. Die Deppen, die sich dem Mammut alleine entgegengestellt haben, sind ausgestorben. Das ging so 1 bis 2 Millionen Jahre.

Vor relativ kurzer Zeit, sagen wir vor 10.000 Jahren, wurden wir langsam sesshaft, betrieben Ackerbau und begannen Zäune um unsere Anwesen zu ziehen. Plötzlich gab es Reiche und Arme, Chefs und Befehlsempfänger, und man kam auf folgenden Gedanken: „Je mehr Ackerfläche der Nachbar beansprucht, umso weniger bleibt für mich.“ Die Gemeinschaft zerfiel – doch die Sehnsucht danach blieb.

Heute stehen wir wieder vor Mammut-Aufgaben, und nur die Gemeinschaft bietet eine individuelle und globale Perspektive. Das fängt bei unseren gefährdeten Sozialsystemen an, geht über Fußballmannschaften und endet beim weltumspannenden Klimawandel. Der „schroffe Individualismus“ wie Scott Peck ihn nennt, war wichtig, brachte riesige Errungenschaften und hat ... ausgedient.

Mr. Peck stieß in seiner Laufbahn als Psychologe immer wieder auf Gemeinschaften, deren Vitalität ihn beeindruckte, z.B. die Anonymen Alkoholiker. Was war ihr Geheimnis? Was unterschied sie von den vielen Gruppen, die untereinander zwar einen höflichen Umgang pflegen, sich jedoch nicht weiterentwickeln, in unbeseelten Ritualen erstarrt sind, z.B. seine eigene Kirchengemeinde?

Er begann, Gesetzmäßigkeiten bei der Bildung von Gemeinschaften heraus zu destillieren und stellte vier grundlegende Phasen fest:

Pseudogemeinschaft, Chaos, Leere und Gemeinschaft. Die Übergänge hier sind fließend, die Entwicklung wird oftmals im Zickzack erfolgen. Die Gruppe springt von der 2. in die 4. Phase und fällt blitzartig wieder in die 1. zurück. Dennoch liefert uns Scott Peck hier ein sehr praktikables Handwerkszeug.

Pseudogemeinschaft bedeutet, man tut so als ob, ist aber innerlich isoliert. Man biedert sich gegenseitig an, ist höflich, und doch kommt man völlig geschafft vom Stehempfang nach Hause. Man sagt: „Hach Madeleine, das Kleid sieht ja entzückend an dir aus.“ Und dabei denkt man: „Wenn die Schlampe meinem Mann noch mal schöne Augen macht, zünd` ich ihr den Hurenfummel an.“

Auf dem Weg zur Wahrhaftigkeit kommt nun die nächste Phase, das Chaos. Man erzählt schon mehr von sich, doch in einer „verkopften“ Art, nicht aus dem unmittelbaren Erleben. Und die anderen geben Ratschläge, die sie Büchern entnommen haben. „Mich bedrückt die viele Armut in Afrika.“ „Ja, ich glaube die Lösung liegt in den Mikrokrediten, die dieser Pakistani erfunden hat. Der hat doch einen Nobelpreis bekommen.“ „Nein, nur durch Abbau der Handelshindernisse kann geholfen werden.“ „Ich denke, Bildung ist der goldene Weg.“ Man haut sich seine Weisheiten gegenseitig über den Kopf, will Recht haben, doch eine Gemeinschaft oder eine Erlösung findet nicht statt. (Übrigens: In Afrika wird weiter gehungert, trotz der Millionen Gutmenschen.)

Fortschrittlicher ist die nächste Stufe: die Leere. Man spricht wahrhaftig über sich, aus einem inneren Impuls heraus. Man will nicht überzeugen, man will sich mitteilen, sich zeigen und gesehen werden. Man will nicht mehr einsam sein. Und die anderen fühlen mit, halten auch schmerzvolle Gefühle aus, ohne sie gleich wieder mit einem Ratschlag wegzubügeln. Hier setzt die Heilung ein. „Ich fühle mich ausgebrannt. Mein Geschäft läuft gut, meine Frau ist schön, doch meine innere Ödnis verlässt mich nie. Alle sehen den Erfolgsmenschen, doch niemand sieht mich wirklich.“

Dann folgt die Gemeinschaft, das große Ankommen. Das Schweigen in der Gruppe wird reich und voll, ein neuer, heiliger Raum entsteht. Wir erschaffen gerade einen neuen Tempel. Die Menschen sprechen von ihrer Essenz. Ich sehe ihr Leben vor meinem inneren Auge ausgebreitet, ihre Kämpfe und Qualen, ihre Triumphe und Niederlagen, ihr strahlendes Selbst und die schmutzigen Dinge, die sie getan haben. Und zu alledem habe ich nur eine Haltung: „Ja“. Es gibt nichts zu tun, nichts zu verbessern, es ist vollkommen. Und dieses Ja habe ich auch für mich selbst, denn ich bin sie.


Dezember 08:

Ich habe dieses Jahr an 6 gemeinschaftsbildenden Wochenenden (2 Workshops und 4 Abschnitte der Forschungs- und Ausbildungsgruppe) teilgenommen und habe sehr viel über mich, meine Ängste, meine Blockaden wahrgenommen, die für mich vorher nicht sichtbar waren. Dafür bin ich sehr dankbar.

Eine sehr große Veränderung für mich ist, dass ich mir unbekannte Menschen nicht mehr sofort bewerte und in eine Schublade stecke und diese Menschen erst einmal relativ (natürlich nicht ganz) unbefangen auf mich wirken lassen und es stellt sich erst später eine Wertung ein, die allerdings nicht mehr so rigide und nicht mehr unveränderlich ist.

Diese geänderten Wahrnehmungen sehe ich als mein persönliches Wachstum, welches mir erhalten bleibt und ich jeden Tag erlebe, nutze. Dies ist nicht abhängig von dem Bestand unserer Gruppe.

Feedbacks zum Workshop in Wien am 28. bis 30. November 2008:

„Ich bin sehr bereichert heimgegangen. Danke!
Meine wichtigste Erkenntnis aus der Erfahrung: Je mehr die TeilnehmerInnen
"unserer" Gemeinschaft oder Gruppe im Herz waren, umso mehr Raum ist
entstanden für die Bewegungen meines Herzens. Die Herz-Prozesse der anderen
dienten mir als "Schwungräder" die meine eigene Herzbewegung vorangebracht
haben, vertieft haben und meine Knoten haben auftauchen lassen. Im
Weitergehen hat die gemeinsame Energie sogar meinen inneren Heilungsprozess
in Gang gesetzt und ich konnte so manchen Knoten lockern.
Ähnliche Lösungsprozesse habe ich bisher nur in therapeutischen Gruppen
erlebt. Ein bisschen davon ist auch im Indianischen Redekreis spürbar. Ich
habe viel von dem Mechanismus verstanden der im Faktor "Zeit geben" liegt,
nicht nur Zeit zur eigenen Erforschung, sondern auch Zeit für Aufmerksamkeit
für den Anderen. Schön war, wie die Herzen dann plötzlich auch ohne Worte zu
kommunizieren begannen, einfach in innerer Bewegtheit im Fluss der Energie
die im Kreis entstand.
Ich bin beeindruckt und dankbar!“

„Fühl mich echt bereichert; und sensibler als vor dem Wochenende.“
„….hatte letzte Nacht einen sehr schönen Traum: ich war mit anderen Menschen zusammen - in einem Zustand von Verliebtheit und Freude und bin dann mit Kunststücken in der Luft herumgeflogen.“

„Das gemeinsame Wochenende klingt noch sehr schön und belebend in mir nach!! Es ist z.T. harte Arbeit, aber es lohnt sich tausendfach...
Ich fühle viel Liebe und Dankbarkeit für Euer DA_SEIN.“

„Hatte mir heute frei genommen, um das Wochenende nachzuspüren...die Freude, die Wärme, die Lebendigkeit und die Liebe zu genießen, Erkenntnisse und Vorsätze zu verinnerlichen...
Menschen, die mir heute begegnet sind, empfanden mich als sehr klar und ich übte gleich
mal mehr drauf zu achten, was in der Kommunikation und im Alltag Energie auf- bzw. abbaut.
Ja, ich hab tiefe Achtung vor Deiner Kompetenz, inneren Klarheit und mit wie viel Liebe und Geduld Du uns unterstützt hast! Nochmals danke.“

„… Es fiel auch eine große Last noch an dem Abend ab, weil dies für mich die fühlbare Energie war, die ich immer wieder als festhaltend (festhaltend wie es sein mußte) gespürt habe, neben der sich aufbauenden Energie. Zwischen der ich mich zerrissen gefühlt habe und einfach nicht mir anders zu helfen wusste, als durch weitere Öffnung möglicherweise mehr Energie aufzubauen zu können, anstatt mein Gefühl der Zerrissenheit zu äußern. 

Danach wurde ich an dem Abend so von einer Dankbarkeit durchflutet für alle Erfahrungen in diesem Workshop, für all das, woran ich von jedem aus der Gruppe teilhaben durfte, für die intensiven Bewegungen, für den Raum, der entstehen konnte, dass ich immer wieder meine Angst überwinden konnte mich zu zeigen, ob in meiner Verletzlichkeit oder in meinem Chaos, weil ich jemand anders in seinem Dasein nicht annehmen konnte.

Danke, danke, danke, dafür, dass ihr alle mir so nahe gekommen seid, dass ihr euer Anderssein gezeigt und geschützt habt.

Unsere Gruppe war für mich so intensiv, ausdrücklich einschließend der Erfahrung für mich den Prozess zu beeinflussen um Schmerzen zu vermeiden und schneller Erfolg zu haben, dass mein Herz sich so sehr öffnen konnte, dass ich meine Vision von der bedingungslosen Liebe, Respekt und Achtung in Gemeinschaften als real und zum Greifen fühle.“

„Vielen Dank für dieses bereichernde und ermutigende Wochenende- es hat mich mit Zuversicht erfüllt.“

„Nochmals vielen Dank für das Wochenende. Es hat mir neben der Bekanntschaft von vielen liebenswerten Menschen einige neue "Impulse" gebracht, und wirkt noch intensiv nach. Mir hat Eure Arbeit sehr gut getan, ich schätze Euch sehr, freue mich über Mails oder Infos von Euch.“


Erfahrungsbericht aus einer Lebensgemeinschaft

Vor über 4 Jahren gründeten wir unsere Gemeinschaft. 4 lange Jahre, in denen wir miteinander lebten und „versuchten“ auf verschiedenste Arten eine Gemeinschaft zu werden. Eins wussten wir: so kann es nicht weitergehen. Mit dem Seminar „Gemeinschaftsbildung nach Scott Peck“ gaben wir uns die letzte Chance: Jetzt oder Nie.
3 1⁄2 Tage mindestens, das war die Vorgabe.   Diese 3 1⁄2 Tage haben mich, uns und alles verändert. Sie gaben Anstoß für eine neue Sichtweise, für das tiefe Erkennen, was für Gemeinschaft notwendig ist, welcher Preis damit einhergeht, aber auch wo wahrhaftige Gemeinschaft hinführen kann.
Weinen und Lachen, Schmerz und Freude, Schwere und Leichtigkeit – Tiefe, Offenheit, Ehrlichkeit – Angst, Sterben und langsam erwachen… 
all diese Prozesse durchlebten wir gemeinsam, aber auch all-ein…und jeder nahm seine eigenen Erkenntnisse mit, tief im Herzen berührt. 
Wir stehen erst am Anfang unserer ‚neuen’ Gemeinschaft, aber wir haben durch das Seminar einen gemeinsamen Weg, ein gemeinsames Ziel vor Augen: wahrhaftige und tiefe Begegnungen in gegenseitigem Respekt. Daraus kann alles andere kraftvoll entstehen.
Danke für diese Chance, danke für diese allumfassende Erfahrung, danke für diesen unvergleichlichen Gemeinschaftsprozess.

 

Workshop in Hamburg März 08

                                     „Uralter Wust ist zwischen Mensch und Mensch gehäuft.

                                     (...) Mitunter tappen die Menschen im bangen Rausch

                                     aufeinander zu – und verfehlen sich, denn der Mulm-

                                     haufen ist zwischen ihnen. Räumt ihn weg, du und du

                                     und du! Stellt Unmittelbarkeit (...) zwischen den Men-

                                     schen her! - Du sollst dich nicht vorenthalten.“

                                     - Martin Buber

An diesen Wochenende im März 2008 bin ich, Petra, selbst Teil einer Gruppe, die zur Gemeinschaft werden will. Freitag abend. Eine bunt zusammengewürfelte Gruppe von etwa 25 Männern und Frauen. Wir kommen zusammen, um an diesem Wochenende zu erproben und erleben, wie es möglich ist, als Gruppe zu einem tiefen Gemeinschaftserlebnis miteinander zu kommen, in der nichts und niemand ausgeschlossen wird. Wir alle sehnen uns nach mitmenschlicher Nähe unter unseresgleichen, unter Menschen. Ein Grundbedürfnis, das in unserer heutigen Gesellschaft verzweifelt unerfüllt bleibt. Wir alle bringen neben dieser Sehnsucht auch viele Ängste mit, Nähe zu erlauben. Auch unterdrückte Trauer und Wut - eben all den Wust, den wir Menschen gewohnheitsmäßig mit uns herumschleppen, und der zwischen uns steht.

 

Das ist für mich der „private" Teil.  Darüber hinaus sind wir hier in dieser Gruppe in unserer Unterschiedlichkeit auch ein Spiegel für die ganze Menschheit, mit allen Mördern und Bösewichten, die unsere Welt in Angst und Schrecken versetzen, und ich weiß: Was zwischen uns hier an diesem Wochenende - oder in irgendeiner anderen Gruppe irgendwo woanders auf dem Erdball - gelingt, ebnet den Weg dafür, dass es zwischen allen Menschen gelingen kann. Deshalb haben wir auch die Chance, Weichen zu stellen. In dieser Zeit der wachsenden Globalisierung des mit-dem-Finger-auf-andere-zeigens (z.B. die sogenannten „Schurkenstaaten" auf der „Achse des Bösen") sehe ich darin mehr denn je unsere einzige Chance, als Menschheit weiterzuleben, und zwar in Freude und Liebe auf einem fruchtbaren, blühenden Planeten. Gemeinschaftsbildung ist Friedenstiftung und Versöhnung und hat auch globale Dringlichkeit.

Ausgestattet sind wir an diesem Wochenende mit einigen Kommunikations-empfehlungen, die uns helfen sollen, durch unsere Worte Nähe zu ermöglichen, anstatt, wie sonst zumeist, Abwehr, und mit einer Begleiterin und einem Begleiter, die uns für den Anfang immer mal wieder darauf hinweisen, wenn wir steckenbleiben und aus eigener Kraft nicht mehr weiterkommen. Die Begleiter gehören nicht zum Prozess, sie sind nur da, weil bisher niemand von uns Erfahrung mit dieser Art des Zusammenseins unter Menschen hat – die Methode ist so ausgerichtet, dass eine Gruppe von Menschen, die Erfahrung mit dieser Art des Zusammenseins haben, sich selbst zur Gemeinschaft organisiert, ohne Anleitung eines Außenstehenden. Scott Peck nennt es „a group of all leaders".

Wie? Indem jedes Mitglied der Gruppe, sofern ein tiefer Impuls dazu auftaucht, die Verantwortung dafür übernimmt, durch das, was sie oder er sagt oder nicht sagt, und wie sie es sagt, den Austausch in der Gruppe in größere Tiefe und Authentizität zu führen. Eine Kunst ist, zu lernen, einen wirklich tiefen Impuls von all den oberflächlicheren Impulsen in uns, die uns auf alles mögliche reagieren lassen wollen, zu unterscheiden. Und dann braucht es oft Mut, einem solchen Impuls, einmal erkannt, zu folgen. Für die, die immer leicht und schnell in Gruppen sprechen und gern zu allem ihren Senf dazugeben, ist die Übung meist eher, sich zurückzuhalten und zu spüren, wann der Impuls wirklich zum Wohl der Gruppe ist. Für die, die in Gruppen eher schweigsam und zurückhaltend sind, braucht es eher Wachheit, die Impulse überhaupt zu erspüren und dann natürlich Mut, ihnen zu folgen. Wirklich lebendig und beglückend wird das Gemeinschaftserlebnis, wenn jede(r) auf ihre tiefsten Impulse, zu sprechen oder zu schweigen, lauscht und ihnen wach und beherzt folgt. Dann entsteht ein ungeheuer lebendiges, magisches und erfüllendes Miteinander, in der die höhere Gruppenweisheit,  das Höhere Wir, das sich mal hier, mal dort ausdrückt, führt.

Die wesentlichen Kommunikationsempfehlungen sind also, wach für innere Bewegungen und Impulse zu bleiben, innerlich wirklich anwesend zu sein, auch wenn Knöpfe gedrückt werden, über sich selbst zu sprechen, keine Ratschläge und therapeutischen Hinweise zu geben, in der Regel nicht mal zu trösten, nicht auf Verstehen wollen zu beharren oder anderen ihre Wahrnehmungen absprechen und sich rechtfertigen. Den Mut haben, Risiken einzugehen. All diese Empfehlungen sind wichtig und gleichzeitig flexibel, denn manchmal erweist sich, dass gerade dadurch, dass jemand eine dieser Empfehlungen missachtet, tiefer Austausch oder Prozesse ermöglicht werden – das Leben ist eben nicht in Regeln zu zwängen. Sie stellen nur Erfahrungswerte da, die sich in einer Mehrzahl von Fällen bewährt haben.

Das Herausfordernde bei dieser Art, Menschen zu begegnen, ist für mich die Balance aus totaler Verantwortung und Hingabe: Ich habe die volle Mitverantwortung dafür, wenn ich ein Gruppenerlebnis der Nähe will, mich so einzubringen, dass Nähe möglich wird. Nähe wird möglich, wenn ich authentisch Wesentliches von mir einbringe. Und zwar dann, wenn es mich wirklich drängt, das zu tun, weil ich sonst nicht mehr wirklich hier sein kann, wenn ich weiter auf meinem inneren Aufruhr oder Glück sitzen bleibe, weil es jetzt geteilt werden will, ohne dass ich wissen kann oder muss, warum gerade jetzt und warum gerade dieses. Gleichzeitig habe ich keine Kontrolle darüber, ob jemand anders diese Nähe oder Möglichkeit zur Nähe, die sich gerade öffnet, wieder zerstört, indem er Ratschläge gibt, vielleicht sogar das verbale Messer zieht und über mich oder andere herfällt, mich umstimmen will oder ähnliches. Auch dann liegt die Verantwortung bei mir, wenn ich einen tiefen Impuls spüre, einzugreifen, es zu wagen. Wie, das ist nicht einfach. Eine Reaktion kann ebensogut nach hinten losgehen. Ein absichtliches, jedoch innerlich wütendes Ignorieren jedoch ebenso. Einmal bin ich so frustriert und verzweifelt, dass ich es einfach rausschreie und meine Reaktion auf so einen „Störenfried“ noch mehr Distanz schafft und die ganze Gruppe erst mal wieder in ein Chaos aus diskutierenden Streithähnen zurückfallen lässt – auch das ist erlaubt, bringt aber nicht wirklich was in Punkto Mitmenschlichkeit und Nähe.

 

Unseren bewussten und unbewussten Widerstand gegen das Lieben und Geliebtsein einbeziehen – das ist die große Herausforderung. Unser Widerstand äußert sich in Wut, Störungen aller Art, widersprechen, diskutieren wollen, theoretisieren wollen„aus dem Feld gehen“, nicht richtig DA sein ... Widerstand will, dass wir die Illusion des Getrenntseins aufrechterhalten, und er will es mit aller Macht, denn schmilzt die Illusion des Getrenntseins und macht der Wahrheit Platz, dass wir alle Eins sind, fürchten wir zu sterben – obwohl wir uns so nach Nähe sehnen, fürchten wir doch, wirkliches Nahsein sei unser Tod. Unser Ego-Tod ist es ja auch. Unseren Widerstand einbeziehen, bis er schmilzt ist der einzige Weg zu Nähe. Mit uns selbst, zu zweit, in Gemeinschaften. Das braucht Kraft und Mut, Spannung auszuhalten. So ein gestandener Widerstand, der lässt sich einfach wegtrösten oder wegmanipulieren, nicht wegverführen oder ignorieren. Liebe ist letztlich die einzig wahre Kraft im Universum, aber es nützt nicht, dem Widerstand davon zu reden, sie ihm anzupreisen. Oder gar zu versuchen, ihn in einer beschwichtigenden Umarmung zu ersticken. Er will seinen Raum und ernst genommen sein, solange er dauert. Wenn er nicht auf Widerstand trifft, erübrigt er sich irgendwann und schmilzt ...

Woran erkennen wir, dass wir angekommen sind am Seinsgrund jenseits all unseres Wustes? Dass wir gerade eine echte Gemeinschaft sind? Daran, dass Freude und Liebe fließen, dass wir unsere Verschiedenheit achten und stehenlassen und als Bereicherung erleben und gleichzeitig, wenn es um Entscheidungen geht, konsensfähig sind. In Gemeinschaften gibt es nur Konsens oder keinen Konsens, keine Basisdemokratie.

Es geht für jeden einzelnen Teilnehmer darum, und die Herausforderung für jeden einzelnen Teilnehmer ist, unterscheiden zu lernen, welche Worte Nähe schaffen und welche Distanz. Welcher Impuls zu reagieren aus dem Kopf kommt und Distanz schafft, welcher Nähe schafft – und manchmal das Risiko einzugehen, es wirklich nicht zu wissen, bevor man es ausdrückt! Deshalb lautet eine wesentliche Empfehlung auch: Hab Mut zum Risiko

An einer Stelle zum Beispiel führt die Tatsache, dass eine von uns, die uns gerade mit ihren ständigen für uns verworrenen Mitteilungen nervt, eine bestimmte Idee mitteilen will, die sie selbst für verdreht hält, dazu, dass ein Gruppengeheimnis ans Licht kommt – ihre Idee war gar nicht verdreht, sie hatte tatsächlich gespürt, was da war, und dadurch, dass sie wagte, es auszusprechen (eigentlich nur, um sich zu entleeren, also, um nicht länger darauf rumsitzen zu müssen), obwohl wir ihr in dem Augenblick nicht gerade gnädig waren, kam ein Geheimnis ans Licht und neue Nähe entstand.

Und selbst ein beharrlicher „Störenfried“ in der Gruppe, der immer wieder sein verbales Messer zieht und unvermittelt über jemand anders herfällt, setzt damit unerwartet so manches Mal lebendige und wesentliche Prozesse in Gang, die am Ende viele von uns berühren. Überhaupt grenzt es an ein Wunder, wie die Gruppe ihn immer wieder einbezieht. Er darf einfach da sein, auch wenn wir ihm zu verstehen geben, dass wir verletzt oder wütend über seine Eingaben sind oder ihn herausfordern.

Was genau tun wir eigentlich an diesem Wochenende? Wir sitzen im Kreis, stellen uns einander kurz vor. Das eine oder andere Paar ist unter uns. Wir haben weiter nichts zu tun als dazusein, keine Entscheidungen zu treffen, keine Konzepte zu entwerfen. Es gibt kein Thema des Abends, keinen Vortrag, keine Auflockerungs- oder Kennenlernübungen. Einfach nur dasein. Immer wieder auch in Stille. Stille ist eines der wesentlichsten Elemente unseres Zusammenseins. Möglichst wache Stille. Wenn gerade niemand sich einbringt, sind wir still.

Anfangs ist eher wenig Stille. Eines der Paare hat auf dem Weg hierhin gestritten und sogleich steht Wut im Raum, die den einen oder anderen von uns aufwühlt und aufstöbert. Ich sitze zwischen dem Paar, das gestritten hat, und als sie davon sprechen, spüre ich ein schwer erträgliches Aufgewühltsein im ganzen Körper. Am liebsten würde ich meinen Platz verlassen, wäre vielleicht auch in Ordnung, aber ich bleibe erst mal sitzen. Ängste kommen hoch, Anschuldigungen, Verletzungen, Rettungsversuche ... Zwischendurch, gerade bevor wir als Gruppe in allzu großes Angriffs- und Rechtfertigungschaos fallen, wünscht sich jemand Stille und die Hitze des Krieges verebbt ein Stück. Zunächst fragt noch jemand kampflustig: Muss ich gehorchen, wenn du dir Stille wünscht? Aber die meisten gehen jetzt gern einige Minuten in die Stille, so toll war unser Krieg nicht. Es geht in der Stille nicht darum, ihn zu verdecken, sondern darum, ihm den Zunder zu nehmen.

Nach und nach sickert ein, erleben immer wieder am eigenen Leib, wie schmerzhaft und verdreht dieses Miteinander kämpfen ist. Der eine oder andere von uns drückt es vielleicht aus. Wir können uns ja nicht mal zur Abwechslung in irgendwelche anderen Aktivitäten fliehen, wir haben ja nichts zu tun, wir könnten sogar wählen, hier zu sitzen und immer weiter kämpfen – aber sehr schnell erinnern wir uns, dass wir nicht gekommen sind, um zu kämpfen. Dass wir uns ein nährendes Wochenende gewünscht haben, jedenfalls die meisten von uns. Immer mehr von uns lassen das Kämpfen sein, auch angeregt durch unseren Begleiter, der uns, den Anfängern, Tipps gibt, worum es genau geht, wenn wir das Kämpfen loslassen wollen: Ratschläge vertiefen die Gräben zwischen uns, sich an anderer Beiträge „dranhängen“ nach dem Motto „So geht es mir auch“ nimmt dem Gesagten viel von seiner Kraft, uns trösten nimmt uns vielleicht die Würde, Verständnisfragen zerfasern die Energie und bringen uns alle wieder in den Kopf ...

Immer öfter hören wir auf zu kämpfen, und dann aber, bevor es friedlich wird zwischen uns, schlägt vielleicht doch noch mal jemand zu, lässt Wut und Frust in den Kreis fließen. Ein Schlag ins Gesicht für die, die gerade die Aussicht auf Frieden genießen. Und doch: Solange das Zerstörerische da ist, gehört es noch dazu. Jede von uns ist zwar frei zu sagen „Ich höre dir gerade nicht mehr zu“ oder ähnliches. Wir können auch schreien: „Halt die Klappe!“ – an einer Stelle tue ich es – allein: es bringt uns nicht näher zueinander, und Schweigen und verdauen ist manchmal die nährendere Lösung.

Immerhin sind wir am Sonntag vormittag soweit, dass wir über Stunden hinweg immer wieder in Stille fallen, wenn eine(r) von uns sich mitgeteilt hat. Gleich-gültig, ob das, was mitgeteilt wurde, die Nähe vertieft oder verflacht. Fast alles darf so stehen bleiben, wie es ist, einfach so. Die Stille trägt uns immer wieder, alles, was mitgeteilt und geteilt wird, fällt einfach in sie hinein, manchmal kräuseln sich die Wellen, wenn die Sprecherin schweigt, gespannte Erwartung dann vielleicht: Wird jemand darauf reagieren? Alles darf ja sein.

In diesem wachsenden Meer aus gemeinsamer Stille spüre ich im Augenblick weder Glück noch Freude, aber eine Ahnung davon, wie es ist, wenn in Gemeinschaft jede einfach so sein darf, wie sie ist und wenn alles, was ausgedrückt oder geteilt wird, einfach so stehen bleiben darf, wie es ist. Die Stille ist nicht dazu da, dass wir sie füllen, sondern dazu, uns zu nähren, den Raum zu geben, den das, was durch uns kommen will, braucht. Wenn nicht durch uns, bleibt er offen für etwas anders, das gerade Raum braucht. Bevor der Wust durchwatet ist, ist der Raum offen für alles, was in uns sich entleeren will. Heute morgen, am Sonntag, kurz vor Ende, ist es meist das, was wir in die Stille geben: Dinge, die uns auf dem Herzen liegen und auf der Seele. Wir sind noch im Stadium der Entleerung.

Es ist gut, einfach in Stille miteinander zu sein. Es ist gut, die Kraft zu spüren, die darin liegt, dass alles, was in diese Stille hineinfällt an Ausdruck, einfach dort hinfallen darf. Anders als in einer Gruppe Meditierender, in der jede für sich allein bleibt mit allem, was aufsteigt, erlauben wir uns hier bewusst, einander Spiegel, Projektionsfläche und Knopfdrücker zu sein und das, was bei jedem aufsteigt, zu zeigen und sehen und hören zu lassen, zumindest einen großen Teil davon, den wir anonsten in einer Gruppe so gut wie möglich versteckt gehalten, also unterdrückt hätten. Wir müssen uns gegenseitig nicht einmal besonders mögen, um diesen Raum an Akzeptanz miteinander zu teilen. Und oft verwandelt sich darin ein anfängliches Ablehnen sogar in Anziehung oder umgekehrt, aber das ist nicht ausschlaggebend dafür, auf diese Art in Gemeinschaft zu sein.

Trotz des erwachenden Friedens spüre ich noch meine Erschöpfung über alles, was gestern an Zerreißproben und quälendem Hin und Her war, meine Trauer darüber, wie tief der Wust zwischen uns ist, auch Erschöpfung angesichts dessen, was in mir manchmal an Widerständen und Beurteilungen vorgeht, wenn ich die anderen heute morgen höre. Die Trauer über all das Urteilen in mir. In der Mittagspause finde ich draußen einige Bäume und lehne mich erleichtert an. Wieviel einfacher und nährender ist es für mich, mit Bäumen zusammen zu sein! Und doch: Ich will auch das Zusammensein mit Menschen leben, ich will gemeinsam mit Menschen genießen und schöpferisch sein. Jenseits der Trauer und Erschöpfung eine Ahnung von der Anmut und Gnade des Tanzes, der sich entfaltet, wenn wir noch tiefer gehen können als heute morgen; eine Ahnung, dass schon heute morgen schiere Gnade für uns ist, bei aller Unvollkommenheit, die sich immer noch zeigt. Wir sind auf dem Weg.

Eine andere wesentliche Erfahrung für mich ist, dass das meiste, wovon ich oder irgendjemand genervt ist, jemand anderen wiederum zutiefst berührt – auf jeden Topf passt anscheinend wirklich ein Deckel, wir dürfen vollkommen verschieden sein, und niemand muss sich verletzt in ein Schneckenhaus zurückziehen, weil jemand zum Ausdruck bringt, abgestoßen oder genervt zu sein. Es gibt fast immer andere, die ebenso berührt sind wie der erste genervt.

Das Wochenende erweist sich für uns als zu kurz, um als Gemeinschaft zu Freude, gegenseitigem Vertrauen und Respekt zu finden. Einige von uns empfinden das am Ende so oder ähnlich, aber lange nicht alle. Das größte Geschenk für mich ist, dass ich zum ersten Mal unter meiner Wut über unsere menschliche Verdrehtheit, die uns an Nähe hindert, meine Trauer, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, vor allem meine Trauer spüre. Trauer darüber, wie weit wir davon entfernt sind, eine liebende und schöpferische Gemeinschaft zu sein, in der jede so sein darf und willkommen ist, wie sie ist. Das lässt mich am Ende dann plötzlich rasch fliehen, ich bin froh, als das Seminar beendet wird, will auch kein Abschlussritual mehr. Ich bin einfach traurig und will damit allein sein, denn ich teile meine Trauer nicht gern mit anderen, und auch hier will ich es nicht. Das heißt, der Raum ist noch lange nicht sicher genug. Und trotzdem ist es ein Geschenk, endlich anstatt der Leere diese Trauer zu spüren.

Der Prozess der Gemeinschaftsbildung nach Scott Peck ist offensichtlich ein lohnender Weg, den Wust zu erlösen, der zwischen uns Menschen steht, ihn zu spüren, erleben, erlauben, durch ihn hindurch zu waten und ihn dadurch so zu lichten, dass er irgendwann kein störender Wust mehr ist, sondern ins Fließen kommt und sich in Achtung und Vertrauen verwandelt. "Entleerung" ist ein wesentlicher Aspekt: Die Empfehlungen für die Kommunikation in einer Gruppe von Menschen sind so gehalten, dass sie uns erlauben, uns nach und nach von diesem Wust zu entleeren, indem wir alles, was uns auf der Seele liegt, ausdrücken, ohne dass jemand es kommentiert, uns Ratschläge gibt, dagegen oder dafür etwas sagt, darüber diskutiert – all das, was wir im Alltag reflexhaft tun und womit wir uns in einen ewigen Krieg aus Worten verwickeln, der beharrlich Nähe verhindert und jede Gemeinschaft letztlich zerstört. Der gesamte Bericht steht unter  http://www.liebewahrheit.de/UnterMenschen.htm

 

München, den 8. November 2007

Zu Beginn des Seminars fiel es mir schwer meinen Impuls zu erkennen und zu entscheiden wie ich mich in die Runde einbringen sollte und wann es besser war zu schweigen. Anfangs nahm ich mich zurück, fühlte mich klein und hatte das Gefühl nicht dazu zu gehören.
   Das änderte sich im Laufe des zweiten Tages. Ich konnte mich zunehmend leichter und freier einbringen. Am dritten Tag gegen Ende des Seminars fühlte ich mich schließlich frei, machte mich nicht mehr klein und konnte mich einbringen, wenn ich es für notwendig hielt. Im Nachhinein betrachtet hätte ich jedoch etwas mutiger sein können und mich öfters einbringen können.
   Der volle Umfang und die Bedeutung des Seminars wurde mir erst in den Wochen danach klar. So erkannte ich beispielsweise, dass es in meinem Leben bereits viel mehr Gemeinschaft gibt, als ich bislang annahm. In vielen Bereichen meines Freundes- und Bekanntenkreises dachte ich bislang ich sei mit einzelnen Personen im Widerstand. Heute erkenne ich, dass da oftmals auch eine Gemeinschaft ist, in der jeder jeden so akzeptiert wie er ist und wo ich mich sehr frei fühle. Das merke ich auch daran, dass ich in Gruppen – wie beispielsweise in dem Team meiner Arbeit – keine Personen mehr ausgrenze.
   Seit dem Seminar erkenne ich meine Verantwortung besser, ob ich in einer Gruppe in Gemeinschaft bin oder nicht. Wenn ich mich zeige und mich ehrlich dem Stelle, was ich in der Gruppe und in mir sehe, erhöhe ich damit die Chance auf Gemeinschaft. Heute fällt es mir leichter meine Möglichkeiten zu erkennen, wann und wie ich einen Beitrag zur Gemeinschaft leisten kann. Somit übernehme ich mehr Verantwortung für mein Handeln in einer Gruppe.
   Aus den Kommunikationsempfehlungen ist mir durch das Seminar die Bedeutung von Schweigen und Stille bewusst geworden. Auch sehe ich meine Verantwortung dafür, dass Gemeinschaft nicht stattfinden kann, solange ich jemanden ausschließe oder verurteile. Heute erkenne ich die Bedeutung und den Wert jedes einzelnen und kann seinen Beitrag würdigen, grenze einzelne Personen weniger aus.
   Die äußerung von Kritik in einer Gruppe fällt mir seit dem Seminar leichter, da mir bewusst ist, dass Kritik oder das Ansprechen von Tabuthemen und unangenehmen Dingen, denen andere ausweichen, zum Gemeinschaftsprozess gehören und notwendig sind um Gemeinschaft zu ermöglichen.
   Schließlich fällt es mir heute leichter mit dem Zustand einer Gruppe zu sein. Wenn nur oberflächliche Themen im Raum sind, so bin ich damit nicht mehr im Widerstand, sondern kann deren Notwendigkeit sehen. Bleibt die Gruppe jedoch in der Oberflächlichkeit stecken, so kann ich das bewusster erkennen. Unabhängig vom Zustand der Gruppe bin ich heute weniger im Widerstand mit dem was ist und kann jede Phase der Entwicklung in einer Gruppe als sinvoll und wertvoll erkennen.
   Insgesamt spiegeln diese Erfahrungen die Kommunikationsempfehlungen des Seminars wider. Sich daran zu halten ist eine gute Voraussetzung, dass Gemeinschaft stattfinden kann. D.h. ich kann die Entwicklung zur Gemeinschaft hin bewusster erleben und die Verantwortung für meinen Anteil daran sehen.

Peter Weiss

 

Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Schloss Glarisegg, Steckborn am Bodensee:

Nach vier Jahren Aufbauarbeit unserer Projekte (Seminarbetrieb, Schule, Kunst-Kultur, Therapeutikum) stehen wir an einem zentralen Punkt in unserer Gemeinschaftsentwicklung.
Wir haben verschiedene Gruppenprozesse ausprobiert, um den Gemeinschaftskörper zu stärken, aber wir haben noch nichts gefunden, was der Persönlichkeit unserer Gemeinschaft wirklich dient.

Die Begegnung mit dem Prozess der Gemeinschaftsbildung nach Scott Peck kam nun zu uns zum richtigen Zeitpunkt. Die zurückliegenden Erfahrungen helfen uns, die Wahrheit dieses Prozesses unmittelbar zu erkennen und aufnehmen und anwenden zu können. Ohne dass wir es wussten, haben wir Bekanntschaft gemacht mit den vier Phasen nach Scott Peck, die jede Gemeinschaft durchläuft: Pseudogemeinschaft, Chaos, Leere, authentische Gemeinschaft.

Götz Brase und Brigitte Hoeper übermitteln durch ihr Wesen und ihre große Erfahrung mit dem Prozess nach Scott Peck diesen so, dass er verbal und atmosphärisch seinem Wesen nach erfahrbar wird und direkt anwendbar ist. Wir haben uns auf den Weg gemacht, in der Gemeinschaft damit zu arbeiten und sind dankbar für die Unterstützung auf unserem Weg.

Die Hetereogenität unserer Gruppe und die Individualitäten der Einzelnen vertragen keinen Gemeinschaftsprozess, der nicht zum obersten Ziel echte Authentizität hat. Die Empfehlungen zu einer wahrhaftigen Kommunikation sind dabei sehr hilfreich. Daher unterstützt uns die Bekanntschaft mit dem Prozess nach Scott Peck auf unserer Forschungsreise zu mehr Nähe, Verständnis und nährendem Miteinander sehr.

 

Workshop im ZEGG 21.–23. Juli 06

Eigentlich ist ein wunder passiert. die Tür stand plötzlich offen und der Raum war weit und groß und genauso groß sind die Worte, die mir einfallen:
Liebe, Gnade, Erbarmen, Freude. Gott.
Und es hat uns keiner gesagt, wie es geht, keine Leitung, kein "so und nicht so!", stattdessen, "herzlich willkommen was auch immer", geduldige Begleitung war genug.
Ich habe begriffen, das wirkliche Gemeinschaft Heilung bedeutet. Ganz einfach.
Wirkliche Gemeinschaft ist nämlich der Raum, den jeder braucht, um seine schritte tun zu können, um vertrauen zu können.
Ich weiss auch, wie das wunder zustande kommt! Eigentlich auch ganz einfach:
Man gibt es auf, irgendetwas zu wissen, zu können, zu machen, zu wollen.
Was leider doch nicht so einfach ist.
Ich z.B. glaube nicht wirklich daran, willkommen zu sein, wenn ich nichts weiss und kann. Dann sind da angst, misstrauen, Zweifel und ich fange an, dagegen zu kämpfen, weil ich mich so nicht fühlen will. Dann werde ich ein Besserwisser oder ein Klugschwätzer oder ein rechtfertiger oder ein aggressives Nervenbündel. Und schon ist die Tür zum Paradies zu.
Sitzen bleiben, brüten, vor allem: Sprich nur, wenn du dazu bewegt bist!!
Eine Zauberformel.
Leider auch nicht so ganz einfach, weil: Was kommt da nicht alles raus! peinliches, schmerzhaftes, beleidigendes, kleinliches, aber auch wahres, großes, weises, erstaunliches, liebevolles.
Was auch manchmal peinlich ist. Weil es so verletzlich macht.
Wer will schon verletzlich sein?
Und doch...
Ich habe Sehnsucht danach, nach einer Welt voller verletzlicher, voller liebender, voller Freunde.
Danke.

 

Die Nachwehen waren schlimmer als die Geburt ....

... so war es bei der Geburt meines Sohnes und so geht es mir mit dem Wochenende.
Es war so leicht . Keiner machte Vorschriften, korrigierte den Anderen, kein Beharren auf Regeln, jeder hatte Zeit und konnte sein – es regelte sich "von selbst".
Und es wurde so einfach, weil jede/r von sich sprach. Und nur sprach, wenn sie/er bewegt, innerlich berührt war.
Wieder zurück, bin ich ausgesprochen gereizt. Mich nerven allgemeine Aussagen noch mehr als vorher, habe gar keine Bereitschaft mehr mir anzuhören, was andere sich alles zurechtreimen, was sie glauben, was ich denke, tue, beabsichtige ... Und ich reagiere darauf mit Ungeduld bis Aggresivität, bevor ich bewusst realisiert habe, was ich wenig förderlich für das Gespräch oder auch als Übergriff empfinde.
Was tun? Mit Liebe annehmen ... ;-(
Ich übe, bei mir zu bleiben und nicht mit Gleichem zurück zu schlagen....

 

Ihr einzigartigen Geschöpfe!
Das überwältigende Erlebnis im ZEGG hat mich tief ergriffen und
wirkt noch immer nach.
Mir sind alle Euere Gesichter so präsent wie vor drei Wochen
- mit Namen und dem jeweils 'Rausgekommenen'  -
und mir laufen zudem sofort die Augen über, wenn ich von diesem
heiligen/heilenden Erlebnis erzähle (auch gerade wieder).
Du, liebe Birgit, hast mit Deinem Bericht vom 28.07.2006 für
meine Seele mit gesprochen.
Ich empfinde die gleiche Sehnsucht - nach einer Welt
'voller Verletzlicher, voller Liebender, voller Freunde' - wie Du.
In mir hatte sich am Sonntag (23.07.2006) mit einem Mal ein
inniges Gefühl von EINS-SEIN mit Euch (mit allem) ausgebreitet.
Dadurch ist mein (Ur-) Vertrauen weiter gefestigt worden
- kein abstraktes zu einer Person 'Gott-Vater in den Wolken'!
Es ist die Gewißheit, daß wir Menschen ausnahmslos befähigt,
ja bestimmt sind, in Gemeinschaft zu leben.
Dagegen sind auch die ewigen 'Skeptiker' machtlos, die unsere
Potentiale ständig abwerten!
Ich danke Euch allen für die Öffnung, die ich brauchte -
Liesa und Adriaan für ihre unvergleichliche 'Behütung' und
- nicht zuletzt - allen, die dieses Wunder hinter den Kulissen
ermöglicht haben.


„In der Tiefe des Schweigens verbirgt sich ein mitschwingendes Herz. Spricht unser wahres Herz, wird das Echo zurückkehren und uns die Zuversicht schenken, dass jeder Moment unserer Gegenwart sich im Schutz des unsichtbaren Kreises ereignet. Diese ewigen Echos werden unseren Hunger nach Zugehörigkeit verändern.”  

Als ich vor ein paar Tagen diese Worte las, dachte ich an unser Seminar in Hamburg im September / Oktober 2005.  

Seit dieser Zeit suchte ich nach Worten, um zu beschreiben, was mich bewegt hat. Nach diesem Seminar, währenddessen und was übrig geblieben ist und heute immer noch wirkt.

  Gekommen bin ich zu diesem Seminar, weil ich den Unterschied von einem Pseudokontakt zu einem echten Kontakt erfühlen wollte. Weil ich üben wollte, in echtem Kontakt zu sein…Dabei dachte ich an meine therapeutische Arbeit, aber auch an all die Menschen, die mir nahe stehen.  
Nachdem ich die Empfehlungen für gelingende Kommunikation gelesen hatte, beschäftigte mich besonders eine Regel:
„Höre auf deine innere Stimme und sprich, wenn du dazu b e w e g t bist.”

Als wir nach einer kurzen Kennenlernphase in einem Kreis saßen, bin ich neugierig geworden, wie es wohl sein wird, mich bewegt zu fühlen und erst danach zu sprechen. Ich versuchte mich auf diese innere Bewegtheit zu konzentrieren. Das, was ich erlebte, war eine neue Welt für mich. Es war meine innere Welt. Ich fühlte am ersten Abend und auch am gesamten nächsten Tag nicht einen Augenblick lang eine innere Bewegung, die mich aufforderte, zu sprechen, so sehr ich mich auch bemühte. Und ich fühlte viele, sehr viele Bewegungen. In mir war die gesamte Welt. Ich hatte fast den Eindruck, dass sich alle Gedanken, die ich je dachte und alle Gefühle, die ich imstande bin zu fühlen, gleichzeitig in mir regten. Äußerlich schien ich sicher ruhig, meine Innenwelt nahm ich jedoch sehr lebhaft wahr, fast chaotisch.
Ich nahm an, dass meine Innenwelt öfter so aussah und ich sie nur nicht wahrnahm. Neugierig  wurde ich mein eigener Beobachter und ließ in mir geschehen, was sich da alles regte. Manchmal wollte ich etwas sagen, aber die Empfehlung: „ Erforsche dich, doziere nicht” hielt mich zurück. Also schwieg ich weiter, hörte zu und beobachtete mich selbst und das, was in der Gruppe geschah.
Manchmal ertappte ich mich dabei, wie ich, während jemand aus der Gruppe etwas sagte, schon meine eigenen Gedanken sammelte und Sätze formulierte. Ich wollte dabei sein, dazugehören…aber die Empfehlungen hielten mich auch hier zurück. „ Höre aufmerksam und mit Respekt zu (ich spiele gern mit Worten, zuhören und zugehören, na wenn das nicht Zugehörigkeit ist) , wenn eine andere Person dir etwas mitteilt. Formuliere nicht schon eine Antwort, während der andere spricht.” Ich stellte fest, dass ich teilweise ein respektloser Zuhörer war. Zu allem hatte ich etwas „kluges” zu sagen, oder schätzte ich das, was andere sagten oder taten mit meinen Werten ein. Auf diese Weise lernte ich meine innere Welt und meine Gedanken und Gefühle neu kennen.
Am dritten Tag stellte ich fest, dass ich schon manchmal bewegt war, etwas zu sagen, aber in mir ein strenger Zensor lebt, der das Maß dessen, was ich sagen darf, festlegt. „Teile der Gruppe mit, wenn dir etwas nicht gefällt:” „geh Risiken ein”., waren Empfehlungen, die meinem Zensor überhaupt nicht gefielen.
Zum Glück war meine Motivation so groß, etwas Neues zu lernen, dass ich meinen inneren Zensor ignorieren konnte. Ich äußerte wiederholt, aus meiner Sicht ziemlich unangemessen, aber ehrlich mein Unbehagen, wofür ich direkt auch ein unangenehmes Feedback bekam. Aha, ertappte ich mich selbst. Bisher hatte ich diese unangenehmen Rückmeldungen und Maßregelungen ziemlich erfolgreich umgangen. All das hätte ich  früher aus Anstand niemals gesagt. Mein Mut war geweckt. Ich äußerte mein Unbehagen noch deutlicher und lauter und unangemessener, so, wie ich es wahrscheinlich vor vielen Jahren ganz natürlich getan habe.  

Wow, eine Erleichterung machte sich in mir breit und die Erkenntnis, dass ich frei bin in meiner Art, mich auszudrücken. Es war ein Spiel in mir und mit mir, eine Mutprobe, eine Art Befreiung meines natürlichen inneren Gewissens. In diesem Augenblick erlebte ich, dass ich nur echt bin, wenn ich das zum Ausdruck bringe, was sich in mir bewegt. Der Zensor darf  sich zum Wächter in mir entwickeln. Mein Wächter ist wach und aufmerksam. Er wacht darüber, dass  die in mir entstehenden Emotionen mit meinem gesunden, freien und spontanen Verstand in Verbindung bleiben, das ist seine echte Rolle. Jetzt fühlte ich mich angekommen. Ich war da und dabei. Spontan äußerte ich mich, wenn ich bewegt war. Auch bei den anderen hatte sich viel bewegt. Die Gruppe hatte sich verändert (oder war nur ich es??). Es war viel passiert, die Atmosphäre war anders. Ich fühlte mich im Kontakt.  

Alles ist EINS. So klar fühlte ich es noch nie, dass wir alle miteinander verbunden sind, ob wir es wollen, oder nicht. Wir sind nicht wirklich frei, musste ich mit einem leisen Bedauern feststellen.  

„Wahre Zugehörigkeit gewährt jeglicher Verschiedenheit gastliche Aufnahme, da sie weiß, dass echte Identität nur aus der offenen Zwiesprache zwischen Selbst und Anderem hervorgehen kann. Ein wahres Selbst kann es nur in der Einschließlichkeit des Anderen geben.”  

Der dritte Tag hat mich auch dies gelehrt. Die Einschließlichkeit des Anderen. Je mehr ich zuließ, was sonst in mir auf Widerstand stieß, umso mehr erlebte ich mich verbunden und zugehörig, ohne meine Freiheit einzubüßen.   Früher habe ich Gespräche geführt. Jetzt führt mich meine innere Stimme, an jedem Tag ein Stück mehr. Es ist stiller geworden in mir. Die Empfehlung: „Erkenne den Wert von Stille und Schweigen in Gemeinschaft” hat sich als Geschenk erwiesen, auch wenn die Stille manchmal quälend in mir ist und ich sie nicht mag, oder vielleicht gerade dann?  

Ich habe das Gefühl, ich bin ein Stück mehr ich selbst geworden. Das war mir nur mit Euch möglich. Ich danke Euch allen, jedem Einzelnen von Euch und freue mich auf eine neue Begegnung. Und ich entschuldige mich, für mein Sein. Es ist mir manchmal immer noch peinlich.
Besonders möchte ich  Ingrid, Adriaan und Lisbeth danken. Nur durch Euer „sein”, durch Euer Vorleben dessen, was Scott Peck lehrte, fühlte ich die Sicherheit, dass ich so, wie ich bin, richtig bin. Das hat mir Vertrauen geschenkt. Ich fühle mich reich und beschenkt. Mir geht es gut, selbst wenn es mir schlecht geht. Das macht mich froh. Und weil das nicht wieder rückgängig zu machen ist, bin ich zuversichtlich und neugierig auf die Welt, die Menschen und das Leben.  

München, den 8. November 2007

Zu Beginn des Seminars fiel es mir schwer meinen Impuls zu erkennen und zu entscheiden wie ich mich in die Runde einbringen sollte und wann es besser war zu schweigen. Anfangs nahm ich mich zurück, fühlte mich klein und hatte das Gefühl nicht dazu zu gehören.
   Das änderte sich im Laufe des zweiten Tages. Ich konnte mich zunehmend leichter und freier einbringen. Am dritten Tag gegen Ende des Seminars fühlte ich mich schließlich frei, machte mich nicht mehr klein und konnte mich einbringen, wenn ich es für notwendig hielt. Im Nachhinein betrachtet hätte ich jedoch etwas mutiger sein können und mich öfters einbringen können.
   Der volle Umfang und die Bedeutung des Seminars wurde mir erst in den Wochen danach klar. So erkannte ich beispielsweise, dass es in meinem Leben bereits viel mehr Gemeinschaft gibt, als ich bislang annahm. In vielen Bereichen meines Freundes- und Bekanntenkreises dachte ich bislang ich sei mit einzelnen Personen im Widerstand. Heute erkenne ich, dass da oftmals auch eine Gemeinschaft ist, in der jeder jeden so akzeptiert wie er ist und wo ich mich sehr frei fühle. Das merke ich auch daran, dass ich in Gruppen – wie beispielsweise in dem Team meiner Arbeit – keine Personen mehr ausgrenze.
   Seit dem Seminar erkenne ich meine Verantwortung besser, ob ich in einer Gruppe in Gemeinschaft bin oder nicht. Wenn ich mich zeige und mich ehrlich dem Stelle, was ich in der Gruppe und in mir sehe, erhöhe ich damit die Chance auf Gemeinschaft. Heute fällt es mir leichter meine Möglichkeiten zu erkennen, wann und wie ich einen Beitrag zur Gemeinschaft leisten kann. Somit übernehme ich mehr Verantwortung für mein Handeln in einer Gruppe.
   Aus den Kommunikationsempfehlungen ist mir durch das Seminar die Bedeutung von Schweigen und Stille bewusst geworden. Auch sehe ich meine Verantwortung dafür, dass Gemeinschaft nicht stattfinden kann, solange ich jemanden ausschließe oder verurteile. Heute erkenne ich die Bedeutung und den Wert jedes einzelnen und kann seinen Beitrag würdigen, grenze einzelne Personen weniger aus.
   Die äußerung von Kritik in einer Gruppe fällt mir seit dem Seminar leichter, da mir bewusst ist, dass Kritik oder das Ansprechen von Tabuthemen und unangenehmen Dingen, denen andere ausweichen, zum Gemeinschaftsprozess gehören und notwendig sind um Gemeinschaft zu ermöglichen.
   Schließlich fällt es mir heute leichter mit dem Zustand einer Gruppe zu sein. Wenn nur oberflächliche Themen im Raum sind, so bin ich damit nicht mehr im Widerstand, sondern kann deren Notwendigkeit sehen. Bleibt die Gruppe jedoch in der Oberflächlichkeit stecken, so kann ich das bewusster erkennen. Unabhängig vom Zustand der Gruppe bin ich heute weniger im Widerstand mit dem was ist und kann jede Phase der Entwicklung in einer Gruppe als sinvoll und wertvoll erkennen.
   Insgesamt spiegeln diese Erfahrungen die Kommunikationsempfehlungen des Seminars wider. Sich daran zu halten ist eine gute Voraussetzung, dass Gemeinschaft stattfinden kann. D.h. ich kann die Entwicklung zur Gemeinschaft hin bewusster erleben und die Verantwortung für meinen Anteil daran sehen.

Peter Weiss

Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Schloss Glarisegg, Steckborn am Bodensee:

Nach vier Jahren Aufbauarbeit unserer Projekte (Seminarbetrieb, Schule, Kunst-Kultur, Therapeutikum) stehen wir an einem zentralen Punkt in unserer Gemeinschaftsentwicklung.
Wir haben verschiedene Gruppenprozesse ausprobiert, um den Gemeinschaftskörper zu stärken, aber wir haben noch nichts gefunden, was der Persönlichkeit unserer Gemeinschaft wirklich dient.

Die Begegnung mit dem Prozess der Gemeinschaftsbildung nach Scott Peck kam nun zu uns zum richtigen Zeitpunkt. Die zurückliegenden Erfahrungen helfen uns, die Wahrheit dieses Prozesses unmittelbar zu erkennen und aufnehmen und anwenden zu können. Ohne dass wir es wussten, haben wir Bekanntschaft gemacht mit den vier Phasen nach Scott Peck, die jede Gemeinschaft durchläuft: Pseudogemeinschaft, Chaos, Leere, authentische Gemeinschaft.

Götz Brase und Brigitte Hoeper übermitteln durch ihr Wesen und ihre große Erfahrung mit dem Prozess nach Scott Peck diesen so, dass er verbal und atmosphärisch seinem Wesen nach erfahrbar wird und direkt anwendbar ist. Wir haben uns auf den Weg gemacht, in der Gemeinschaft damit zu arbeiten und sind dankbar für die Unterstützung auf unserem Weg.

Die Hetereogenität unserer Gruppe und die Individualitäten der Einzelnen vertragen keinen Gemeinschaftsprozess, der nicht zum obersten Ziel echte Authentizität hat. Die Empfehlungen zu einer wahrhaftigen Kommunikation sind dabei sehr hilfreich. Daher unterstützt uns die Bekanntschaft mit dem Prozess nach Scott Peck auf unserer Forschungsreise zu mehr Nähe, Verständnis und nährendem Miteinander sehr.

Eigentlich ist ein wunder passiert. die Tür stand plötzlich offen und der Raum war weit und groß und genauso groß sind die Worte, die mir einfallen:
Liebe, Gnade, Erbarmen, Freude. Gott.

Und es hat uns keiner gesagt, wie es geht, keine Leitung, kein "so und nicht so!", stattdessen, "herzlich willkommen was auch immer", geduldige Begleitung war genug.

Ich habe begriffen, das wirkliche Gemeinschaft Heilung bedeutet. Ganz einfach.
Wirkliche Gemeinschaft ist nämlich der Raum, den jeder braucht, um seine schritte tun zu können, um vertrauen zu können.
Ich weiss auch, wie das wunder zustande kommt! Eigentlich auch ganz einfach:
Man gibt es auf, irgendetwas zu wissen, zu können, zu machen, zu wollen.
Was leider doch nicht so einfach ist.

Ich z.B. glaube nicht wirklich daran, willkommen zu sein, wenn ich nichts weiss und kann. Dann sind da angst, misstrauen, Zweifel und ich fange an, dagegen zu kämpfen, weil ich mich so nicht fühlen will. Dann werde ich ein Besserwisser oder ein Klugschwätzer oder ein rechtfertiger oder ein aggressives Nervenbündel. Und schon ist die Tür zum Paradies zu.
Sitzen bleiben, brüten, vor allem: Sprich nur, wenn du dazu bewegt bist!!
Eine Zauberformel.

Leider auch nicht so ganz einfach, weil: Was kommt da nicht alles raus! peinliches, schmerzhaftes, beleidigendes, kleinliches, aber auch wahres, großes, weises, erstaunliches, liebevolles.
Was auch manchmal peinlich ist. Weil es so verletzlich macht.
Wer will schon verletzlich sein?
Und doch...

Ich habe Sehnsucht danach, nach einer Welt voller verletzlicher, voller liebender, voller Freunde.
Danke.

Workshop im ZEGG 21.–23. Juli 06

Die Nachwehen waren schlimmer als die Geburt ....




Home ... so war es bei der Geburt meines Sohnes und so geht es mir mit dem Wochenende.

Es war so leicht . Keiner machte Vorschriften, korrigierte den Anderen, kein Beharren auf Regeln, jeder hatte Zeit und konnte sein – es regelte sich "von selbst".

Und es wurde so einfach, weil jede/r von sich sprach. Und nur sprach, wenn sie/er bewegt, innerlich berührt war.

Wieder zurück, bin ich ausgesprochen gereizt. Mich nerven allgemeine Aussagen noch mehr als vorher, habe gar keine Bereitschaft mehr mir anzuhören, was andere sich alles zurechtreimen, was sie glauben, was ich denke, tue, beabsichtige ... Und ich reagiere darauf mit Ungeduld bis Aggresivität, bevor ich bewusst realisiert habe, was ich wenig förderlich für das Gespräch oder auch als Übergriff empfinde.

Was tun? Mit Liebe annehmen ... ;-(
Ich übe, bei mir zu bleiben und nicht mit Gleichem zurück zu schlagen....


Ihr einzigartigen Geschöpfe!

Das überwältigende Erlebnis im ZEGG hat mich tief ergriffen und
wirkt noch immer nach.

Mir sind alle Euere Gesichter so präsent wie vor drei Wochen
- mit Namen und dem jeweils 'Rausgekommenen'  -
und mir laufen zudem sofort die Augen über, wenn ich von diesem
heiligen/heilenden Erlebnis erzähle (auch gerade wieder).

Du, liebe Birgit, hast mit Deinem Bericht vom 28.07.2006 für
meine Seele mit gesprochen.
Ich empfinde die gleiche Sehnsucht - nach einer Welt
'voller Verletzlicher, voller Liebender, voller Freunde' - wie Du.

In mir hatte sich am Sonntag (23.07.2006) mit einem Mal ein
inniges Gefühl von EINS-SEIN mit Euch (mit allem) ausgebreitet.
Dadurch ist mein (Ur-) Vertrauen weiter gefestigt worden
- kein abstraktes zu einer Person 'Gott-Vater in den Wolken'!

Es ist die Gewißheit, daß wir Menschen ausnahmslos befähigt,
ja bestimmt sind, in Gemeinschaft zu leben.
Dagegen sind auch die ewigen 'Skeptiker' machtlos, die unsere
Potentiale ständig abwerten!

Ich danke Euch allen für die Öffnung, die ich brauchte -
Liesa und Adriaan für ihre unvergleichliche 'Behütung' und
- nicht zuletzt - allen, die dieses Wunder hinter den Kulissen
ermöglicht haben.


„In der Tiefe des Schweigens verbirgt sich ein mitschwingendes Herz. Spricht unser wahres Herz, wird das Echo zurückkehren und uns die Zuversicht schenken, dass jeder Moment unserer Gegenwart sich im Schutz des unsichtbaren Kreises ereignet. Diese ewigen Echos werden unseren Hunger nach Zugehörigkeit verändern.”  

Als ich vor ein paar Tagen diese Worte las, dachte ich an unser Seminar in Hamburg im September / Oktober 2005.  

Seit dieser Zeit suchte ich nach Worten, um zu beschreiben, was mich bewegt hat. Nach diesem Seminar, währenddessen und was übrig geblieben ist und heute immer noch wirkt.

  Gekommen bin ich zu diesem Seminar, weil ich den Unterschied von einem Pseudokontakt zu einem echten Kontakt erfühlen wollte. Weil ich üben wollte, in echtem Kontakt zu sein…Dabei dachte ich an meine therapeutische Arbeit, aber auch an all die Menschen, die mir nahe stehen.  
Nachdem ich die Empfehlungen für gelingende Kommunikation gelesen hatte, beschäftigte mich besonders eine Regel:
„Höre auf deine innere Stimme und sprich, wenn du dazu b e w e g t bist.”

Als wir nach einer kurzen Kennenlernphase in einem Kreis saßen, bin ich neugierig geworden, wie es wohl sein wird, mich bewegt zu fühlen und erst danach zu sprechen. Ich versuchte mich auf diese innere Bewegtheit zu konzentrieren. Das, was ich erlebte, war eine neue Welt für mich. Es war meine innere Welt. Ich fühlte am ersten Abend und auch am gesamten nächsten Tag nicht einen Augenblick lang eine innere Bewegung, die mich aufforderte, zu sprechen, so sehr ich mich auch bemühte. Und ich fühlte viele, sehr viele Bewegungen. In mir war die gesamte Welt. Ich hatte fast den Eindruck, dass sich alle Gedanken, die ich je dachte und alle Gefühle, die ich imstande bin zu fühlen, gleichzeitig in mir regten. Äußerlich schien ich sicher ruhig, meine Innenwelt nahm ich jedoch sehr lebhaft wahr, fast chaotisch.
Ich nahm an, dass meine Innenwelt öfter so aussah und ich sie nur nicht wahrnahm. Neugierig  wurde ich mein eigener Beobachter und ließ in mir geschehen, was sich da alles regte. Manchmal wollte ich etwas sagen, aber die Empfehlung: „ Erforsche dich, doziere nicht” hielt mich zurück. Also schwieg ich weiter, hörte zu und beobachtete mich selbst und das, was in der Gruppe geschah.
Manchmal ertappte ich mich dabei, wie ich, während jemand aus der Gruppe etwas sagte, schon meine eigenen Gedanken sammelte und Sätze formulierte. Ich wollte dabei sein, dazugehören…aber die Empfehlungen hielten mich auch hier zurück. „ Höre aufmerksam und mit Respekt zu (ich spiele gern mit Worten, zuhören und zugehören, na wenn das nicht Zugehörigkeit ist) , wenn eine andere Person dir etwas mitteilt. Formuliere nicht schon eine Antwort, während der andere spricht.” Ich stellte fest, dass ich teilweise ein respektloser Zuhörer war. Zu allem hatte ich etwas „kluges” zu sagen, oder schätzte ich das, was andere sagten oder taten mit meinen Werten ein. Auf diese Weise lernte ich meine innere Welt und meine Gedanken und Gefühle neu kennen.
Am dritten Tag stellte ich fest, dass ich schon manchmal bewegt war, etwas zu sagen, aber in mir ein strenger Zensor lebt, der das Maß dessen, was ich sagen darf, festlegt. „Teile der Gruppe mit, wenn dir etwas nicht gefällt:” „geh Risiken ein”., waren Empfehlungen, die meinem Zensor überhaupt nicht gefielen.
Zum Glück war meine Motivation so groß, etwas Neues zu lernen, dass ich meinen inneren Zensor ignorieren konnte. Ich äußerte wiederholt, aus meiner Sicht ziemlich unangemessen, aber ehrlich mein Unbehagen, wofür ich direkt auch ein unangenehmes Feedback bekam. Aha, ertappte ich mich selbst. Bisher hatte ich diese unangenehmen Rückmeldungen und Maßregelungen ziemlich erfolgreich umgangen. All das hätte ich  früher aus Anstand niemals gesagt. Mein Mut war geweckt. Ich äußerte mein Unbehagen noch deutlicher und lauter und unangemessener, so, wie ich es wahrscheinlich vor vielen Jahren ganz natürlich getan habe.  

Wow, eine Erleichterung machte sich in mir breit und die Erkenntnis, dass ich frei bin in meiner Art, mich auszudrücken. Es war ein Spiel in mir und mit mir, eine Mutprobe, eine Art Befreiung meines natürlichen inneren Gewissens. In diesem Augenblick erlebte ich, dass ich nur echt bin, wenn ich das zum Ausdruck bringe, was sich in mir bewegt. Der Zensor darf  sich zum Wächter in mir entwickeln. Mein Wächter ist wach und aufmerksam. Er wacht darüber, dass  die in mir entstehenden Emotionen mit meinem gesunden, freien und spontanen Verstand in Verbindung bleiben, das ist seine echte Rolle. Jetzt fühlte ich mich angekommen. Ich war da und dabei. Spontan äußerte ich mich, wenn ich bewegt war. Auch bei den anderen hatte sich viel bewegt. Die Gruppe hatte sich verändert (oder war nur ich es??). Es war viel passiert, die Atmosphäre war anders. Ich fühlte mich im Kontakt.  

Alles ist EINS. So klar fühlte ich es noch nie, dass wir alle miteinander verbunden sind, ob wir es wollen, oder nicht. Wir sind nicht wirklich frei, musste ich mit einem leisen Bedauern feststellen.  

„Wahre Zugehörigkeit gewährt jeglicher Verschiedenheit gastliche Aufnahme, da sie weiß, dass echte Identität nur aus der offenen Zwiesprache zwischen Selbst und Anderem hervorgehen kann. Ein wahres Selbst kann es nur in der Einschließlichkeit des Anderen geben.”  

Der dritte Tag hat mich auch dies gelehrt. Die Einschließlichkeit des Anderen. Je mehr ich zuließ, was sonst in mir auf Widerstand stieß, umso mehr erlebte ich mich verbunden und zugehörig, ohne meine Freiheit einzubüßen.   Früher habe ich Gespräche geführt. Jetzt führt mich meine innere Stimme, an jedem Tag ein Stück mehr. Es ist stiller geworden in mir. Die Empfehlung: „Erkenne den Wert von Stille und Schweigen in Gemeinschaft” hat sich als Geschenk erwiesen, auch wenn die Stille manchmal quälend in mir ist und ich sie nicht mag, oder vielleicht gerade dann?  

Ich habe das Gefühl, ich bin ein Stück mehr ich selbst geworden. Das war mir nur mit Euch möglich. Ich danke Euch allen, jedem Einzelnen von Euch und freue mich auf eine neue Begegnung. Und ich entschuldige mich, für mein Sein. Es ist mir manchmal immer noch peinlich.
Besonders möchte ich  Ingrid, Adriaan und Lisbeth danken. Nur durch Euer „sein”, durch Euer Vorleben dessen, was Scott Peck lehrte, fühlte ich die Sicherheit, dass ich so, wie ich bin, richtig bin. Das hat mir Vertrauen geschenkt. Ich fühle mich reich und beschenkt. Mir geht es gut, selbst wenn es mir schlecht geht. Das macht mich froh. Und weil das nicht wieder rückgängig zu machen ist, bin ich zuversichtlich und neugierig auf die Welt, die Menschen und das Leben.  


Home | dieses Fenster drucken